26.07.2016
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Kommentar: Piels Entscheidung verdient Respekt

Monika Piel

Monika Piel.

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dpa

Egal, wen man am Freitagabend zu Monika Piels Rücktritt befragte, die Antwort war einhellig: völlig überraschend. Niemand hatte mit ihrem Rückzug gerechnet. Erst im Mai war sie wiedergewählt worden. Und gerade hatte sie sich durch zwei Jahre ARD-Vorsitz gequält. Ein Job, von dem sie selbst sagte, dass er nicht vergnügungssteuerpflichtig sei. Doch nach einer Zeit interner Kämpfe, während der sie häufig nach außen vertreten musste, was sie selbst anders entschieden hätte, wollte sie nun Kraft und Zeit wieder ganz dem WDR widmen.

Piel hatte in den vergangenen Monaten auch bei ihrem Haussender an vielen Fronten zu kämpfen: Streit über die Internet-Angebote, das Gottschalk-Desaster, der Protest der Radioretter. Die nächsten sechs Jahre ihrer Intendanz wären nicht einfach geworden, besonders in Zeiten, in denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk so stark in der Kritik ist wie nie zuvor. Viele stellen gar das duale System grundsätzlich infrage.

Monika Piels Rückzug hat, sagt sie, nur persönliche Gründe. Auch wenn sie über kurz oder lang der Frage nach dem Warum nicht wird ausweichen können – zum jetzigen Zeitpunkt muss man ihre Entscheidung respektieren. Klar ist auf jeden Fall: Den Job der Intendantin der größten ARD-Anstalt kann man nicht mit halber Kraft ausführen.


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