27.07.2016
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Kommentar: Steinbrücks nächste Panne

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück findet, dass die Bundeskanzlerin (bzw. der Bundeskanzler) nicht angemessen entlohnt wird.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück findet, dass die Bundeskanzlerin (bzw. der Bundeskanzler) nicht angemessen entlohnt wird.

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dpa

Verdient die Kanzlerin oder der Kanzler zu wenig? Je nachdem, mit wem man das Gehalt des wichtigsten Politikers des Landes vergleicht, kann man dieser Ansicht sein, oder auch nicht. Peer Steinbrücks Äußerung zum Thema ist aus anderen Gründen ungeschickt: Wegen des Zusammenhang und des Zeitpunkts. Seit seiner Nominierung hat der Kandidat mit keinem Thema so zu kämpfen wie mit der Debatte über seine Einkünfte.

Wenn er nun in einem Interview von sich aus die Gehälter von Politikern groß thematisiert, erweckt er den Eindruck, es gehe ihm darum, recht zu behalten. Und darum, mehr zu verdienen. Denn um das Amt, das angeblich zu schlecht bezahlt wird, bewirbt Steinbrück sich.

Verschlimmert wird der Effekt durch das Timing. Ein Politprofi wie Steinbrück muss wissen, dass diese Passage in nachrichtenarmen Tagen alles überlagern wird, was er sonst noch in dem Interview gesagt hat, zum Beispiel zur Eurokrise.

Erneut lässt Steinbrück so den Eindruck zu, er habe kein Thema – außer sich selbst. Für die SPD ist das ein großes Problem. Denn die Inhalte, wegen denen sie gewählt werden will, gehen durch die Pannen des Kandidaten unter.


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