29.07.2016
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Kommentar zu den USA: Nur der Beginn eines Prozesses

Niemand braucht Sturmgewehre für die Jagd.

Niemand braucht Sturmgewehre für die Jagd.

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dpa

Die laxen Waffengesetze in den USA sollen ein bisschen verschärft werden. Das hat Präsident Barack Obama jetzt offiziell erklärt. Gemessen an der Beharrlichkeit, mit der viele Amerikaner auf ihr Recht auf Waffenbesitz pochen, ist das sehr mutig von Obama. Angesichts von 20 toten Schulkindern, die einem Amokläufer zum Opfer gefallen sind, ist das allerdings noch viel zu wenig.

Schärfere Kontrollen, wie von Obama angestrebt, sind wichtig. Amokläufe werden sie aber in der Zukunft nicht verhindern helfen. Das geplante Verkaufsverbot von halbautomatischen Schnellfeuergewehren ist richtig. Niemand braucht Waffen militärischen Typs zur Selbstverteidigung oder zur Jagd. Doch auch das wird nicht abwenden, dass sich Massaker wie jenes an der Grundschule von Newtown wiederholen werden.

Obamas Vorschläge sind gut. Aber sie können allenfalls der Beginn eines Prozesses sein, an dessen Ende die grundsätzliche Haltung der Amerikaner zu Schusswaffen verändert sein wird. Es gibt nur eine Lösung: Die Verherrlichung der Gewalt in der US-Gesellschaft muss ein Ende haben. Die Amerikaner müssen selbst begreifen, dass Waffen in Privatbesitz ein Problem sind. Die Amerikaner selbst müssen den Zynismus der Waffenlobby ächten. Das aber wird Jahrzehnte dauern. Vor allem aber lässt sich das nicht von der Regierung in Washington verordnen.