26.09.2016
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Kommentar zu Gauck: Symbole ersetzen Aufklärung nicht

Bundespräsident Joachim Gauck im Gespräch mit Familien der Opfer der NSU-Morde

Bundespräsident Joachim Gauck im Gespräch mit Familien der Opfer der NSU-Morde

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AFP

Es ist ein immer wieder bitterer Weg, den die Familien der Opfer des rechtsextremistischen Terrors der NSU-Gruppe gehen müssen. Über Jahre verbarg der geringschätzige Begriff von den „Döner-Morden“, dass Rechtsextremisten in diesem Land professionell, mit System und Kalkül mordeten.

Christian Wulff hatte als Bundespräsident im Jahr 2011 die Opfer empfangen und ihnen spontan Respekt erwiesen. Zwar tat es ihm sein Nachfolger Joachim Gauck nun gleich. Doch war dieses Treffen überschattet von vorausgegangenen Irritationen um vermeintliche Absagen aus dem Bundespräsidialamt zum Jahrestag der Aufklärung.

So schien Unentschlossenheit durch, wo neben der eindeutigen Geste auch die grundsätzliche Zuwendung des Staates gefordert ist. Ein Empfang ist ein wichtiges Symbol, er kann Hilfe und konsequente Aufklärung aber nicht ersetzen. Die Opfer und ihre Angehörigen haben Anspruch darauf. Viele von ihnen wurden durch Deutschlands Polizei-Behörden verhört, weil diese unbeirrt glaubten, einer Milieutat auf der Spur zu sein.

So versucht die Staatsspitze sich in Anerkennung der Opfer, während der Apparat Untersuchungsakten schreddert und Antworten auf die Grundfrage verhindert: Warum fielen die Serienmörder den Behörden nicht auf?