27.08.2016
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Kommentar zu Idrissou: Unschwule Dummheiten

Leistete sich vor laufender Kamera einen verbalen Ausrutscher über schwule Körpersprache: Mohamadou Idrissou.

Leistete sich vor laufender Kamera einen verbalen Ausrutscher über schwule Körpersprache: Mohamadou Idrissou.

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dpa

Wir wissen nicht, ob der 1. FC Kaiserslautern wie von Mohamadou Idrissou behauptet die dümmste Mannschaft der Zweiten Liga ist. Um das herauszufinden, wären umfangreiche Nachforschungen nötig, wenn man sich überhaupt auf Parameter für Dummheit im Profi-Fußball einigen könnte. Sicher ist, dass sich der Spieler Idrissou schon auf jeden Fall selbst zu dieser Mannschaft zählen müsste, damit seine Behauptung eine Chance hätte, der Wahrheit zu entsprechen. Denn dümmer als er hat sich schon lange kein Fußballer mehr vor laufenden Kameras geäußert.

Einen Tag, nachdem sich der US-Basketball-Star Jason Collins als schwul geoutet und damit eine Welle der Zustimmung empfangen hatte, legte Idrissou viel Wert auf die Feststellung, dass er nicht schwul sei und nicht schwul zu werden gedenke und verbreitete die Botschaft, dass er im Gegensatz zu allen Schwulen eine männliche Körpersprache habe. Das wäre jetzt eine gute Gelegenheit, zu testen, wo da der Unterschied liegt. Der unschwule Stürmer (1,90 m/83 kg) sollte sich zu Vergleichszwecken neben den schwulen Basketballer (2,13 m/116 kg) stellen. Danach könnte man abstimmen, wer welche Körpersprache hat. Dann wären alle ein wenig schlauer, vor allem aber der Herr Idrissou.

Die Äußerung des Profis war auch ein sachdienlicher Hinweis darauf, wie bereit die deutsche Fußball-Szene für das erste Coming-out eines aktiven Spielers ist. Man unterstellt ja immer, dass es die Fans wären, die dem Pionier das Leben durch Intoleranz zur Hölle machen würden. Vermutlich genügten da aber schon die Kollegen Profis.