25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Kommentar zum FC Bayern: Gespenstische Leichtigkeit der Bayern
17. April 2013
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Kommentar zum FC Bayern: Gespenstische Leichtigkeit der Bayern

Stehen auch im Finale des DFB-Pokals: der FC Bayern.

Stehen auch im Finale des DFB-Pokals: der FC Bayern.

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AFP

Die gespenstische Leichtigkeit, mit der Bayern München durch die Wettbewerbe des deutschen Fußballs federt, hat im Halbfinale des DFB-Pokal einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Ein bei weitem nicht perfektes Spiel genügte, um einen gar nicht so schlechten Gegner mit dem für diesen Anlass extrem ungewöhnlichen Ergebnis von 6:1 Toren zu besiegen.

Wie entrückt der FC Bayern den Pflichten des deutschen Alltags inzwischen ist, zeigt der Name der Helden des Abends: Xherdan Shaqiri und Mario Gomez. Der quadratische Schweizer, sonst so etwa die Nummer 14 im Bayern-Kader, besiegte die Wolfsburger nahezu im Alleingang, indem er drei Tore perfekt vorbereitete und eines selbst schoss. Und Gomez genügten inmitten einer dramatischen Sinnkrise als wahrscheinlich bester Reservist der deutschen Fußball-Geschichte sechs Minuten am Ende eines längst entschiedenen Spiels für einen Hattrick, der nichts an seinem Status als wahrscheinlich bester Reservist der deutschen Fußball-Geschichte geändert hat.

Diese einzigartigen Probleme nähren den Verdacht, dass es sich bei den aktuellen Bayern um die nach modernen Kriterien beste Mannschaft der Bundesliga-Geschichte handelt. Das verleiht diesem Duell mit dem FC Barcelona in der Champions League neben all der sportlichen Brisanz eine Dramatik, die kaum auszuhalten ist. Ein Scheitern des FC Bayern München gegen die bis zum Beweis des Gegenteils beste Mannschaft der Welt ist ebenso leicht möglich wie schwer vorstellbar. Die Folge wäre eine dramatische Verschwendung von Talent, dessen größte Leistung es sein würde, sich bis zum DFB-Pokalfinale nicht zu Tode zu langweilen.