28.08.2016
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Kommentar zum VfL Wolfsburg: Korrekt, aber fragwürdig

Dieter Hecking

Dieter Hecking

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dapd

Die neueste Wolfsburger Trainergeschichte steckt voller Merkwürdigkeiten: Der wochenlange Eiertanz um den beliebten Gehilfen Lorenz-Günther Köstner. Die Idee, den weltberühmten, aber sonderbaren Bernd Schuster als Cheftrainer zu verpflichten. Das plötzliche Ende dieser Idee nach öffentlichen Protesten, wie man sie in dieser Heftigkeit gegenüber einem, der noch nicht da ist, selten erlebt hat.

Das allein wären Zutaten genug für eine weitere Komödie aus dem Hause VW. Doch die Pointe kam ja erst noch in Gestalt von Dieter Hecking, der tatsächlich über Nacht Trainer des VfL Wolfsburg wurde.

Fassen wir also noch einmal zusammen: Ein Mann, der die Saison als Geschäftsführer des SV Werder Bremen begann (Klaus Allofs), hat einen Mann verpflichtet, der kurz vor Weihnachten noch Trainer des 1. FC Nürnberg war. Alles im Namen des VfL Wolfsburg, dessen wichtige Positionen zu Saisonbeginn allesamt von Felix Magath besetzt waren.

Dieses Durcheinander klingt hochgradig fragwürdig, ist jedoch rechtlich einwandfrei aufgrund von Vertragszusätzen, die guten Verhandlern im Fußball Wechsel in für sie vorteilhaften Momenten erlauben.

Aber man fragt sich, was geschieht, wenn Manager und Trainer, die unter diesen Umständen in ihre Positionen gekommen sind, Profis zur Identifikation mit ihrem Verein bewegen wollen?

Man stelle sich ein Gespräch zwischen den Herren Allofs, Hecking und Diego vor und die Lachkrämpfe des Brasilianers, der zu den wenigen nicht überflüssigen Spielern im VfL-Kader gehört.

Ein Spieler kann behaupten, dass er nur zweimal im Jahr während der Transferperiode wechseln darf, die Herren das aber jederzeit dürfen. Damit hat der Spieler recht. Es wird höchste Zeit, dass es auch Regeln gibt für die, die den Profi-Fußball regeln sollen.