26.09.2016
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Kommentar zur Kölner CDU : Opposition macht keinen Spaß

Will nicht wieder zur Kommunalwahl antreten: Winrich Granitzka

Will nicht wieder zur Kommunalwahl antreten: Winrich Granitzka

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Stadt Köln

Opposition macht keinen Spaß,  ob im Bundestag oder im Kölner Stadtrat. Immer nur zuschauen, wie die anderen etwas beschließen, regelmäßig  der Ärger, wenn die eigenen Ideen über eine Erwähnung in der Tagesordnung nicht hinauskommen – solche Aussichten sind alles andere als ein Ansporn, sich um  ein ehrenamtliches Mandat im Rathaus zu bewerben. Keine Perspektive, wenig Nachwuchs, begrenzte Auswahlmöglichkeiten  künftiger Führungskräfte: in diesem Dilemma befindet sich die CDU im rot-grün regierten Köln seit längerem.

Umso wichtiger wäre es für die Christdemokraten gewesen, beizeiten einen Nachfolger für den Fraktionsvorsitzenden Winrich Granitzka aufzubauen. Der  1943 geborene Granitzka wird  zur Kommunalwahl im Mai 2014 nicht wieder antreten. Unter den derzeitigen Ratsmitgliedern mögen einige sein,  die für den Chefposten in Frage kommen; es gibt aber niemanden, der eindeutig hervorsticht. Personalentwicklung? Na, ja. Und wie,  um Adenauers willen,  könnte  der nächste Oberbürgermeisterkandidat heißen? Keine Antwort.

Allzu sehr hatte sich die Union über Jahre hinweg mit sich selber beschäftigt. Die  Gruppenkämpfe sind vorbei, es wird wieder um Themen  gerungen. Wie schafft es die CDU,  von einem großstädtischen Publikum  als Alternative zu  Rot-Grün wahrgenommen zu werden? Der seit gut einem Jahr amtierende Parteichef Bernd Petelkau hat sich daran begeben,  die CDU durch inhaltliche Aussagen von der Ratsmehrheit abzugrenzen. Das gilt vor allem  für Fragen der Kulturpolitik und das Thema Haushaltssanierung. Ob das  allein reichen wird, um sich aus der  Oppositionsrolle  zu befreien,  entscheidet sich im Mai 2014.