25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Kommentar zur Stadionmiete: Die Stadt braucht feste Garantien
15. May 2013
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Kommentar zur Stadionmiete: Die Stadt braucht feste Garantien

Das Rhein-Energie-Stadion in Köln.

Das Rhein-Energie-Stadion in Köln.

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Rainer Dahmen

Köln -

Erstens: Für die wirtschaftliche Krise des 1. FC Köln, die ja nicht allein aus der akuten Deckungslücke von sechs Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr besteht, ist allein der 1. FC Köln verantwortlich.

Und niemand sonst. Vor diesem Hintergrund sind die Verhandlungen mit der Stadt Köln über neue Mietkonditionen für das Rhein-Energie-Stadion zu sehen. Zweitens: Die Stadt ist in der klar besseren Verhandlungsposition. Der Klub hat den alten Mietvertrag, der in der Zweiten Liga eine Jahresmiete von 3,49 Millionen Euro vorsieht, bereits vor einem Jahr verlängert.

Jeder Cent, der am Ende der Verhandlungen womöglich nachgelassen wird, wäre ein reines Entgegenkommen einer Millionenstadt, der das Wasser selbst bis zum Hals steht und die ihren Bürger einiges abverlangt, um über die Runden zu kommen und dem Sparkommissar der Bezirksregierung zu entkommen.

Was also muss die Stadt vom 1. FC Köln erwarten, um ihm in dieser Lage überhaupt entgegenzukommen? Dessen bisherige Vorschläge beruhen alle auf der Annahme, dass der Klub in den nächsten zehn Jahren überwiegend in der Bundesliga spielen wird. In der Bundesliga, so die Vorstellungen von Präsidium und Geschäftsführung, soll die Stadt dann überproportional profitieren.

Unabhängig von der Frage, dass der Klub außer der Wunschvorstellung derzeit keinerlei sportliche Perspektive bietet, in der kommenden Saison tatsächlich den Aufstieg zu packen, kann sich die Stadt auf einen solchen Deal gar nicht einlassen. Wenn es überhaupt einen Mietnachlass geben sollte, dann zu klaren Bedingungen.

Der Termin der Rückzahlung wird festgeschrieben, völlig unabhängig von der Frage, ob der Klub in der Bundesliga oder in der Zweiten Liga spielt oder sich gar für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert hat.

Sicher: Die aktuelle Führungsmannschaft des Klubs mit Präsident Werner Spinner und Geschäftsführer Alexander Wehrle hat den FC nicht in diese prekäre Lage gebracht hat. Sie ist immer noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Das ist kein Grund, ihr einen Freifahrtschein zu erteilen.

Dass man in Berlin und Kaiserslautern mit öffentlichen Geldern und einer versteckten Subventionierung des Profifußballs offenbar weniger Probleme hat, bedeutet noch lange nicht, dass man in Köln daraus einen Anspruch ableiten darf, beim FC müsse ähnlich verfahren werden.

Die Stadt hat kein Interesse daran, den 1. FC Köln in eine Existenzkrise zu treiben. Das steht außer Frage. Dazu ist der Klub ein zu bedeutender Wirtschafts- und Imagefaktor. Ein leerstehendes Stadion will schon aus wirtschaftlichen Gründen keiner. Jetzt kann es nur darum gehen, eine Lösung zu finden, die dem Klub das kurzfristige Überleben sichert.

Die aber feste Garantien enthält, wann das gestundete Geld zurückgezahlt wird und ab welchem Zeitpunkt die Stadt mit höheren Einnahmen rechnen kann. Wie schwierig es ist, beim Thema 1. FC Köln ohne Emotionen zu verhandeln, hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt.

Ob sich der Klub den Verbleib eines Stürmers wie Anthony Ujah leisten kann, darf nicht von der Frage abhängen, zu welchen Konditionen die Stadt den FC künftig in ihrem Stadion spielen lässt.