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Missbrauchs-Aufarbeitung: Experte erhebt Vorwürfe gegen Bischöfe

Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals ist gestoppt worden. Foto: dpa
Der Kölner Kriminologe Frank Neubacher sieht nach dem Bruch zwischen katholischer Kirche und dem Kriminologen Pfeiffer die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals stark gefährdet. Seine Kollegen seien abgeschreckt vom Vorgehen der Bischöfe.
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Köln. 

Nach dem Bruch der katholischen Deutschen Bischofskonferenz mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer hält dessen Kölner Kollege Frank Neubacher die weitere externe Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der Kirche für schwierig.  „Wer investiert als Wissenschaftler schon gern sein knappstes Gut, die Zeit, wenn er befürchten muss, dass der Projektpartner die ursprünglich getroffenen Vereinbarungen nach Gutdünken verändern will?“, sagte Neubacher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Schon das werde es der Kirche nach ihrer Trennung von Pfeiffer und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) schwer machen, einen kompetenten Nachfolger zu finden. Dieser stünde nämlich im Verdacht, „es der Kirche jetzt recht machen zu wollen“, so der Direktor des Kriminologischen Instituts der Universität zu Köln.

Dass „Pfeiffer zu allem Überfluss auch noch juristisch von der Kirche behelligt wird, wird auch nicht gerade die Bereitschaft von Kollegen erhöhen einzuspringen“, sagte der Wissenschaftler weiter, der dem Wissenschaftlichen Fachbeirat des KFN angehört.

Als Grund für die Streitigkeiten zwischen Pfeiffer, dem KFN und den Bischöfen machte Neubacher „einen Grundkonflikt zwischen Kirche und Wissenschaft mit jeweils sehr verschiedenen Kommunikationskulturen“ aus. Auf der Seite der Wissenschaft habe man den Mut und die Entschlossenheit von Teilen der Bischöfe überschätzt, sich der Aufklärung des Missbrauchsskandals ohne Wenn und Aber zu öffnen.

„Und auf der Seite der Kirche war man sich offenbar nicht ausreichend genug darüber im Klaren, dass die Unabhängigkeit der Wissenschaft sich nicht im bloßen Sammeln und Erheben von Daten erschöpft“, so Neubacher. „Man kann keinem Wissenschaftler zumuten, er solle bitteschön die Daten liefern, um deren Deutung sich der Auftraggeber dann schon selbst kümmern werde.“

Gleichwohl hält der Kölner Kriminologe einen erfolgreichen Abschluss der Forschung oder einiger Teile davon weiter für möglich. „Es gibt schließlich auch in der Kirche Kräfte, die auf Offenheit drängen. Ich läute also noch nicht die Totenglocke.“

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