28.08.2016
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Möglicher Börsengang: Twitter ist so riskant wie Facebook

Der Vermögensverwalter Blackrock bewertet den Kurznachrichtendienst mit neun Milliarden Dollar.

Der Vermögensverwalter Blackrock bewertet den Kurznachrichtendienst mit neun Milliarden Dollar.

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AFP

Die Aufregung um das Börsendebüt von Facebook ist gerade erst abgeklungen, schon erregt der Kurznachrichtendienst Twitter die Gemüter der Anleger. Das Unternehmen aus San Francisco – so wird spekuliert – könnte bereits im vierten Quartal den Weg an die Börse wagen.

Tatsächlich scheint das Interesse an einer Beteiligung an Twitter groß: Der Vermögensverwalter Black Rock deckt sich grade außerbörslich mit Anteilsscheinen ein. Er will sie Mitarbeitern des Unternehmens abkaufen. Mit diesem Deal wird der Wert von Twitter auf über neun Milliarden Dollar bewertet.

Das übertrifft sogar die kühne Bepreisung von Facebook. Das Analysehaus Privco erwartet, dass Twitter im vergangenen Jahr einen Umsatz von 245 Millionen Dollar gemacht hat. Die Unternehmensbewertung würde damit beim 36-fachen des Jahresumsatzes liegen. Facebook kam vor dem Börsengang nur auf das 27-fache.

Die Investoren sind also kräftig am spekulieren: Sie glauben, dass Twitter nach Jahren mit geringem Einnahmewachstum eine Lösung gefunden hat, um Geld zu verdienen. Der Umsatz je Nutzer ist 2012 stark gestiegen. Eine Garantie, dass das so weitergeht, gibt es allerdings nicht.

Twitter ist deshalb genau wie Facebook eine riskante Angelegenheit. Dass die Bewertung des Unternehmens in den großen Finanzierungsrunden seit 2011 nur wenig gestiegen ist, deutet allerdings daraufhin, dass die Investoren vorsichtiger geworden sind und aus dem Facebook-Debakel gelernt haben.