27.09.2016
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Nordkoreas Langstreckenrakete: Das Spiel mit der Bedrohung

Der nordkoreanische Präsident Kim Jong Un

Der nordkoreanische Präsident Kim Jong Un

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dapd

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat bisher vor allem durch unfreiwillige Komik Schlagzeilen gemacht. Die Weltpresse mokierte sich über seine Leibesfülle, seine Frisur und die teure Designermode seiner Frau. Kurz vor dem ersten Todestag seines Vaters Kim Jong Il hat der junge Herrscher nun aber gezeigt, dass er sich auch auf das Spiel von Bedrohung und Erpressung versteht, mit dem das isolierte Regime seit Jahrzehnten seine Macht absichert.

Nach dem geglückten Start einer Langstreckenrakete muss die Welt nun damit rechnen, dass Nordkorea seine Bomben mehr als 6000 Kilometer weit schießen könnte, theoretisch bis in die USA. Zwar ist das Land, das unter Kim Senior zwei Atombomben testete, noch mehrere Jahre davon entfernt, einsatzfähige Nuklearsprengköpfe zu besitzen. Doch schon eine Rakete mit chemischen Kampfstoffen oder eine sogenannte „schmutzige Bombe“ mit radioaktivem Material stellt eine gewaltige Gefahr dar.

Die internationale Gemeinschaft konnte jedenfalls nicht verhindern, dass diese Waffen in den Händen eines derart unberechenbaren Regimes sind. Dies zeigt die Grenzen der globalen Kooperation in Sicherheitsfragen auf.