26.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Oliver Wesemann: Pirat läuft zu Pro Köln über

Oliver Wesemann (rechts), ehemaliger Sprecher des Kreisverbandes Köln der Piratenpartei Deutschland, ist Mitglied bei der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Köln geworden.

Oliver Wesemann (rechts), ehemaliger Sprecher des Kreisverbandes Köln der Piratenpartei Deutschland, ist Mitglied bei der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Köln geworden.

Foto:

Privat

Köln -

Oliver Wesemann von den Kölner Piraten ist zur ultrarechten Partei „Pro Köln“ übergetreten. Dies bestätigte Wesemann auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Politische Arbeit sei unter den „chaotischen Zuständen“, die derzeit bei den Piraten herrschten, nicht möglich.

„Weil es einfach keinen Sinn macht, sich in Endlosdiskussionen in einer von Linksideologen unterwanderten Partei selbst zu zerlegen, statt endlich einmal die Probleme, die den Bürgern unter den Nägeln brennen, anzugehen", so Wesemann, der bis heute Mitglied im Bundespresseteam der Piratenpartei Deutschland war. Im September 2012 wurde er zum Pressesprecher der Kölner Piraten gewählt, trat nach eigenen Angaben einen Monat später aber aufgrund interner Querelen wegen einer angeblich sexistischen Bemerkung wieder zurück.

Trotz des Übertritts zu den Rechtsextremen wolle er Mitglied der Piratenpartei bleiben, sagte Wesemann. „Man weiß ja nie, ob sich die Zustände dort nicht noch einmal ändern und dann auch vernünftiges politisches Arbeiten wieder möglich ist.“ Thomas Hegenbarth, Vorsitzender der Kölner Piratenpartei, legt auf die Unterstützung des ehemaligen Mitstreiters jedoch „keinerlei Wert“ mehr. „Wir werden versuchen, Herrn Wesemann so schnell wie möglich aus unserer Partei auszuschließen“, betonte Hegenbarth auf Anfrage.

 „Dieser Herr“ habe sich sogar während der 21 Tage als Pressesprecher „auf diversen Mailing-Listen und Facebook-Seiten immer wieder abfällig über unsere Partei geäußert“. Wesemann habe sich „wie eine Art U-Boot benommen, mit dem einzigen Ziel, uns von innen zu zerstören und zu zersetzen“, sagt Hegenbarth. Er sei froh darüber, wenn „derartige Figuren“ die Piraten verlassen. Mit der „eindeutig rechtsextremen Pro-Organisation“ jedenfalls hätte seine Partei nichts gemein, so Hegenbarth. „Wenn jemand von uns zu den Pro’s geht, ist das so, als ob der Papst morgen Atheist wird.“

Wesemann ist der zweite nordrhein-westfälische Pirat, der sich der Pro-Bewegung angeschlossen hat – unter ähnlichen Begleitumständen wie jetzt in Köln. Im Dezember 2012 bestätigte der Duisburger Ex-Pirat Andreas Winkler, dass er bei der kommenden NRW-Kommunalwahl für die Ultrarechten kandidieren werde. Winkler, der schon im vergangenen Jahr mit Wesemann in engem Kontakt gestanden haben soll, war ein bekanntes Piratenpartei-Gesicht im Ruhrgebiet. Genau wie sein Kölner Gesinnungsgenosse lästerte er gerne, am liebsten öffentlich. Vor allem über die Partei, deren Sprecher er war. Im Sommer klagte er, dass die Duisburger Piratenpartei ein „Sammelbecken für Versager“ sei, eine „Selbsthilfegruppe für Arbeitslose“, und verkündete seinen Rücktritt als Pressesprecher.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?