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Peer Steinbrück: „Ein Bundeskanzler verdient zu wenig"

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Peer Steinbrück fordert eine bessere Bezahlung für das Bundeskanzleramt. Foto: dpa
Trotz der anhaltenden Debatte um seine Vortragshonorare hat Peer Steinbrück ein neues Streitthema entfacht. Der SPD-Kanzlerkandidat votiert in einem Zeitungsinterview für eine höhere Bezahlung des Kanzleramts. Sein Parteifreund Gerhard Schröder widerspricht ihm.
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Berlin

Inmitten der Diskussion um seine hohen Vortragshonorare hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück eine Debatte über die Bezahlung für Bundeskanzler angestoßen. Kritik an der Höhe der Abgeordnetenbezüge bezeichnete Steinbrück als groteske Debatten von „Tugendwächtern“.

Altkanzler Gerhard Schröder widersprach seinem Parteifreund Steinbrück. Er halte die Politikergehälter in Deutschland für angemessen, sagte Schröder der „Bild am Sonntag“.
„Ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin verdient in Deutschland zu wenig - gemessen an der Leistung, die sie oder er erbringen muss und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weit weniger Verantwortung und viel größerem Gehalt“, sagte Steinbrück in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Auch Bundestagsabgeordnete seien nicht überbezahlt, betonte der SPD-Politiker.

„Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin“, argumentierte er. Abgeordnete des Bundestages arbeiteten fast sieben Tage die Woche, durchschnittlich 12 bis 13 Stunden. „Manche Debatte, die unsere Tugendwächter führen, ist grotesk und schadet dem politischen Engagement.“

Schröder sagte dagegen, Politiker würden nach seinem Eindruck angemessen bezahlt. „Ich habe jedenfalls davon immer leben können“, sagte er der „Bild am Sonntag“ - und setzte einen Ratschlag hinzu: „Und wem die Bezahlung als Politiker zu gering ist, der kann sich ja um einen anderen Beruf bemühen.“

Steinbrück hatte eingeräumt, neben seiner Abgeordnetentätigkeit durch Vorträge in dieser Legislaturperiode weit über einer Million Euro verdient zu haben. Weitere Einkünfte aus Buchhonoraren will er nicht preisgeben. Bei seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten hatte Steinbrück sich selbstkritisch gezeigt und die Vortragshonorare als „Wackersteine“ in seinem Gepäck und auf den Schultern der Partei bezeichnet.

Sein Verhältnis zum Geld bezeichnete Steinbrück als „rein instrumentell“. Es habe Zeiten gegeben, in denen er sehr wenig Geld gehabt habe. „Heute bin ich, jedenfalls aus der Sicht vieler Menschen, ein vermögender Sozialdemokrat. Aber Geld löst bei mir keine erotischen Gefühle aus“, sagte der SPD-Politiker. (reuters)

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