27.06.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Pegida-Demo am Montag: Applaus für die Licht-Aus-Aktion am Kölner Dom

Der Kölner Dom.

Der Kölner Dom.

Foto:

dpa

Köln/Berlin -

Auf breite Zustimmung ist die Ankündigung des Kölner Domkapitels gestoßen, während der nächsten Demonstration der Pediga-Bewegung die Beleuchtung des Doms abzuschalten. Viele Kommentatoren auf der Facebook-Seite des „Kölner Stadt-Anzeiger“ loben die Licht-Aus-Aktion. Eine fünfstellige Zahl von Nutzern hat die Berichterstattung darüber begrüßt.

Auch viele Politiker äußerten sich positiv über die Entscheidung des Domkapitels. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Ich finde das ein sehr beachtenswertes und auch richtiges Signal. Es deutet darauf hin, dass das Domkapitel und die Bürgergesellschaft in Köln sehr selbstbewusst ein anderes Signal als die Pegida-Anhänger setzen wollen. Ich kann das nur begrüßen.“

„Angriff auf die Liberalität“

Der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff hatte angekündigt, dass während der geplanten Demonstration der Pegida-Bewegung am 5.Januar die Außenbeleuchtung des Doms abgeschaltet werde – als „unübersehbares Zeichen des Protests gegen Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Rassismus“ werde der Dom zwischen 18.30 Uhr und 21 Uhr dunkel bleiben.
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen (CDU), sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Ich bin als Katholik und Politiker froh über dieses klare Zeichen der Abgrenzung in meiner Kirche. Stimmungsmache gegen Mitmenschen, zumal auch gegen solche, die in Not sind, ist unchristlich.“ Und Pegida stehe für Dunkelheit.

FDP-Chef Christian Lindner sagte dieser Zeitung: „Bei Pegida geht es längst nicht mehr um Sorgen wegen unbestreitbarer Integrationsprobleme, sondern einen Angriff auf die Liberalität unseres Landes. Dagegen muss man sich genauso wehren.“ Auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki übte in seiner Neujahrspredigt scharfe Kritik an den Pegida-Demonstrationen. Die Organisatoren der Protestzüge machten Stimmung gegen Minderheiten auf dem Rücken von Flüchtlingen.

Der Vorsitzende der AfD, Bernd Lucke, kritisierte hingegen am Donnerstag die Neujahrsansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf. Eine solche Ansprache solle versöhnen und nicht spalten, sagte Lucke der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Frau Merkel stempelt die Menschen als fremdenfeindlich ab, ohne ihnen Gehör schenken zu wollen.“ Dabei sei es die Pflicht der Bundeskanzlerin, zuzuhören

Lucke sagte weiter, für Fremdenfeindlichkeit sei kein Platz in Deutschland. „Aber damit diese nicht entsteht, müssen Integrationsprobleme sachlich und konstruktiv diskutiert werden können.“ Merkel hatte an die Bürger appelliert, den Aufrufen zu den Pegida-Protesten nicht zu folgen.