24.07.2016
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Postkarten-Aktion bei Fußballfans: SPD macht Anti-Hoeneß-Wahlkampf

SPD

Die SPD will im Wahlkampf mit einer gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß gerichteten Postkarten-Aktion bei Fußballfans punkten.

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dpa

Berlin -

Die SPD will im Wahlkampf mit einer gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß gerichteten Postkarten-Aktion bei Fußballfans punkten. Vor allem an Fans von Borussia Dortmund und Schalke 04 sollen am kommenden Wochenende bis zu 100 000 Karten verteilt werden, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Handschlag mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigen. In Anspielung auf dessen Steueraffäre wurden Merkel die Worte „Glückwunsch Uli! Wir Steuern das schon“ in den Mund gelegt. FDP und CSU reagierten empört.

Die SPD will eine härtere Gangart gegen Steuerbetrug. Gestaltet hat die Karte der Grafikdesigner Klaus Staeck. Laut Generalsekretärin Andrea Nahles wollen die Jusos die Postkarten unter anderem in Hannover, wo Schalke spielt, und beim Heimspiel von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen verteilen. Eine Sprecherin betonte jedoch, dies sei keine Kampagne der SPD. Es handele sich um von Klaus Staeck gestaltete Karten, die lediglich von Jusos verteilt würden. Auf der Karte findet sich kein SPD-Logo.

Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki reagierte mit harscher Kritik. „Die geplante Aktion einer Anti-Uli-Hoeneß-Kampagne ist an Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbieten“, erklärte er am Donnerstag. „Sie ist erbärmlich und zeigt die Verzweiflung der SPD im Hinblick auf desaströse Umfragewerte.“

Kubicki sagte, er hätte sich nie träumen lassen, dass Peer Steinbrück, den er persönlich sehr schätze, sich auf ein solch niedriges Niveau begebe. Er erwarte von dem Kanzlerkandidaten der SPD, „dass er mit einem Rest an Selbstachtung diese Aktion stoppt“. Der Pranger entstamme der Zeit des Mittelalters. „Im Übrigen sollten die Jusos, wenn sie einen Arsch in der Hose haben, die Karten in München vor dem nächsten Bayern-Heimspiel verteilen“, so Kubicki.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sprach von „antibayerischem Wahlkampf der SPD“ - eine Woche vor der Bundestagswahl wird in Bayern am 15. September ein neuer Landtag gewählt. „Dass die SPD nun im Wahlkampf Aggressionen gegen den FC Bayern schüren will, zeigt die heillose Panik der Genossen“, sagte Dobrindt. „Interner Streit und miese Umfragewerte lassen die SPD-Spitze immer nervöser werden.“ Bayerns SPD-Spitzenkandidat Christian Ude sei scheinbar zu „feige, um der Berliner Parteizentrale auf die Finger zu klopfen“. (dpa)