25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Proteste in Italien: „Marsch auf Rom“ angekündigt
12. December 2013
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Proteste in Italien: „Marsch auf Rom“ angekündigt

Blockade eines Zuges in Genua (Archivbild vom 9. Dezember): Dem Protest von Bauern und LKW-Fahrern haben sich in Italien inzwischen Studenten und andere Gruppen angeschlossen. Der Zorn richtet sich nun generell gegen die Regierung.

Blockade eines Zuges in Genua (Archivbild vom 9. Dezember): Dem Protest von Bauern und LKW-Fahrern haben sich in Italien inzwischen Studenten und andere Gruppen angeschlossen. Der Zorn richtet sich nun generell gegen die Regierung.

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dpa

Rom -

Den vierten Tag in Folge haben am Donnerstag Demonstranten der „Mistgabel-Bewegung“ (Movimento dei Forconi), in zahlreichen italienischen Städten für Chaos gesorgt. Dem ursprünglichen Protest von sizilianischen Bauern, Lkw-Fahrern und Transportunternehmern gegen hohe Benzinpreise und Steuern haben sich inzwischen im ganzen Land Kleinunternehmer, Geschäftsleute, Arbeitslose, Rentner und Studenten angeschlossen.

Ihr Zorn richtet sich nicht nur gegen den Kurs der Koalitionsregierung von Premier Enrico Letta und deren Pläne für weitere Liberalisierungen, sondern gegen Politiker und deren Privilegien ganz allgemein sowie gegen das Spardiktat der Europäischen Union.

Bereits am Sonntag hatten italienische Bauern die Brenner-Autobahn blockiert, um gegen EU-Importe zu demonstrieren, die aus ihrer Sicht den einheimischen Agrarmarkt gefährden. Am Montag dann rief die Mistgabel-Bewegung landesweit zu Protesten auf. Vor allem in norditalienischen Städten wie Turin und Mailand legten tausende Demonstranten seither den Verkehr auf Straßen und Bahnhöfe lahm.

Zwei Tage lang versperrten sie in Turin die Zugänge zu zahlreichen Geschäften und Supermärkten. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei mit Verletzten und mehreren Festnahmen. Am Mittwoch, als im Parlament in Rom die Regierung Letta die Vertrauensfrage stellte und erwartungsgemäß eine Mehrheit erhielt, besetzten Demonstranten die U-Bahn und versuchten vergeblich, den Amtssitz des Ministerpräsidenten zu stürmen.

Im süditalienischen Foggia wurden zwei Lkw-Fahrer angegriffen, die sich nicht an einer Blockade beteiligen wollten. Am Donnerstag sperrte die Mistgabel-Bewegung stundenlang die Autobahn zum Grenzübergang Ventimiglia nach Frankreich. Für die kommenden Tage haben die Anführer der Bewegung einen „Marsch auf Rom“ angekündigt.