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Proteste nach Vergewaltigung: Indiens Premier ruft zur Ruhe auf

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Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Foto: dpa
Tagelang sind tausende Inder nach der Gruppenvergewaltigung einer Studentin auf die Straße gegangen. Das Gewaltpotenzial der Proteste ist inzwischen sehr hoch. Nun versucht Regierungschef Singh, eine weitere Eskalation zu verhindern.
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Neu Delhi

Nach gewalttätigen Protesten in der indischen Hauptstadt Neu Delhi hat Premierminister Manmohan Singh die Menschen am Montag zur Ruhe aufgerufen. Die Zahl der Verletzten bei den Auseinandersetzungen im Regierungsviertel einer 23-Jährigen stieg auf 143. Auslöser der Demonstrationen war die Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau in einem Bus vor rund einer Woche gewesen.

„Es gibt aufrichtige und gerechtfertigte Wut und Angst wegen des grauenhaften Verbrechens“, sagte Singh in einer Fernsehansprache. Zugleich forderte er, der Ärger dürfe nicht in Gewalt umschlagen. „Ich appelliere an alle besorgten Bürger, Ruhe und Frieden zu bewahren.“ Er versicherte, es werde alles Erdenkliche getan, um Schutz und Sicherheit für Frauen im Land zu gewährleisten.

Mehr Polizeipräsenz gefordert

Tausende Menschen, darunter zahlreiche junge Frauen, waren nach der Vergewaltigung der 23-Jährigen durch sechs Männer tagelang für mehr Sicherheit auf die Straßen gegangen. Sie forderten mehr Polizeipräsenz und schnellere Gerichtsverfahren bei Sexualstraftaten. Viele verlangten auch die Kastration oder die Todesstrafe für Vergewaltiger. Demonstrationen hatte es nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in anderen Städten des Landes gegeben.

Am Montag gingen die Proteste trotz eines Demonstrationsverbots im Regierungsviertel von Neu Delhi weiter. Neun Metro-Stationen blieben geschlossen, berichtete die Nachrichtenagentur IANS. Das Treffen von Singh mit Russlands Präsident Wladimir Putin wurde wegen der Proteste vom repräsentativen Hyderabad-Haus in die offizielle Residenz des Premierministers verlegt.

Als eine Kundgebung in der Hauptstadt Neu Delhi am Sonntagnachmittag in Gewalt umschlug, seien 65 Demonstranten und 78 Polizisten verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Ein Beamter lag am Montag noch auf der Intensivstation. (dpa)

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