Politik
Nachrichten, Berichte und Videos aus Deutschland und aller Welt

Vorlesen
0 Kommentare

Sexualstraftaten: Anonyme Spurensicherung ohne Zwang

Erstellt
Die anonyme Spurensicherung soll Opfern nach Vergewaltigungen helfen. Foto: dpa
In fünf Kölner Kliniken werden nach Vergewaltigungen anonym Spuren und Verletzungen dokumentiert, um Opfern Zeit zu geben, sich psychisch zu stabilisieren. Die anonyme Spurensicherung soll aber eine direkte Anzeige nicht verhindern oder an deren Stelle treten.  Von
Drucken per Mail
Köln

Seit Juli 2011 sind Opfer von Vergewaltigungen in Köln nicht mehr gezwungen, direkt nach dem Übergriff eine Strafanzeige zu stellen. Durch die traumatischen Erfahrung sind sie häufig gar nicht dazu in der Lage, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Nach dem Vorbild von Aachen und Bonn ist seither auch in Kölner Krankenhäusern eine anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten (ASS) möglich. In fünf Kliniken werden Spuren und Verletzungen dokumentiert, um Opfern Zeit zu geben, sich psychisch zu stabilisieren, Unterstützung zu suchen und später vielleicht doch noch eine Anzeige zu stellen.

Die anonyme Spurensicherung soll eine direkte Anzeige nicht verhindern oder an deren Stelle treten. Sie soll für Opfer ein Signal setzen, dass sie Anspruch auf Hilfe haben, ohne zu Schritten genötigt zu werden, die sie noch nicht bewältigen können und deren Folgen sie in einer psychischen Ausnahmesituation nicht überblicken. Seit dem Start des ASS-Projekts in Köln „haben 31 von Gewalt betroffene Frauen das Angebot bereits genutzt“, sagt Dr. Sibylle Banaschak vom Institut für Rechtsmedizin, in dem die Asservate chiffriert gelagert werden. Das sei eine bemerkenswert hohe Zahl. In drei Fällen hätten sich die Frauen später zur Anzeige entschlossen und die Asservate freigegeben.

Mehr dazu

Derzeit beteiligen sich fünf Kölner Krankenhäuser an der ASS: die Frauenklinik im Krankenhaus Holweide, das Evangelische Krankenhaus Kalk, das Krankenhaus Porz am Rhein, die Universitäts-Frauenklinik und das Evangelische Krankenhaus Weyertal. Das Heilig-Geist-Krankenhaus und das St. Vinzenz-Hospital mussten nach Angaben des Notrufs für vergewaltigte Frauen nach ein paar Monaten aus der ASS aussteigen.

Beide Krankenhäuser gehören zur Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria, einem der katholischen Kirche verbundenen Gesundheits- und Pflegeunternehmen mit zehn Krankenhäusern, zwei Rehabilitationskliniken, 16 Seniorenhäusern sowie weiteren Einrichtungen im Gesundheitswesen in der Region Köln-Bonn-Aachen-Wuppertal.

Auch interessant
Anzeige
Videos
Sonderveröffentlichung
Familienrecht
Die Kalkulation sollte ein Fachmann übernehmen.

Wann besteht Anspruch auf Unterhaltszahlungen? Fachanwältin Astrid Koppe informiert!

FACEBOOK
Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!

Service
Peinliche SMS

Aktuelle News: Wer nichts verpassen will, wählt den SMS-Service. Das Angebot können Sie jederzeit und nach Bedarf empfangen.