24.08.2016
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Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Silvesternacht: Noch kein Täter vom Kölner Hauptbahnhof identifiziert

Nach den Gewalttaten am Kölner Hauptbahnhof wurde bisher noch kein Täter gefasst.

Nach den Gewalttaten am Kölner Hauptbahnhof wurde bisher noch kein Täter gefasst.

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dpa

Köln -

Was wissen wir über die Täter?

Eigentlich nichts, denn bislang wurde kein einziger identifiziert. Am Sonntag wurden fünf Verdächtige nach einem Raub am Bahnhof festgenommen, noch ist aber unklar, ob sie etwas mit den Taten am Donnerstag zu tun haben.

Die vorwiegend weiblichen Opfer beschrieben die Täter als Nordafrikaner und Araber. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ waren unter den 1000 Männern vor dem Bahnhof aber bei weitem nicht nur polizeibekannte Taschen- und Trickdiebe aus Nordafrika, wie es bislang hieß. Die Polizei hat an jenem Abend von etwa 100 Männern die Personalien kontrolliert, darunter soll zum Beispiel auch „eine Reihe von Flüchtlingen“ aus Syrien gewesen sein, die erst seit kurzem in Deutschland leben; auch unter den fünf Festgenommenen vom Sonntag, von denen inzwischen zwei in Untersuchungshaft sitzen, seien syrische Staatsbürger, bestätigte ein Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Düsseldorf auf Anfrage.

Polizisten, die in der Silvesternacht vor dem Bahnhof eingesetzt waren, berichten, unter den Tatverdächtigen seien zahlreiche Männer aus Syrien, dem Irak und Afghanistan gewesen. Laut GdP-Chef Arnold Plickert müsse nun ein genaues Lagebild über die Täter angefertigt werden. Er warnte davor, Flüchtlinge insgesamt „als potenzielle Straftäter zu diffamieren“.

Haben die Täter sich verabredet, nach Köln zum Hauptbahnhof zu kommen?

Diesem Verdacht geht die Polizei nach. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich 1000 junge Männer, von denen vermutlich viele nicht aus Köln stammen, zufällig vor dem Hauptbahnhof getroffen hätten, sagte ein Ermittler. Um diese Vermutung zu erhärten, durchforstet die Polizei unter anderem Einträge in Internetforen und sozialen Netzwerken, auf denen sich die Männer verabredet haben könnten.

Wie viele Opfer gibt es?

Bislang sind 90 Strafanzeigen bei der Polizei eingegangen, die meisten wegen Raubes oder Diebstahls. Unter den Opfern sind auch Flüchtlinge. In etwa einem Viertel der Fälle wurden auch sexuelle Übergriffe angezeigt.

Weil sie nach eigenen Angaben von den meisten Taten erst im Laufe des frühen Morgens erfahren hatte – als nach und nach mehr Opfer Anzeige erstatteten. Zwar hätten sich gegen 0.45 Uhr auch die ersten Frauen an Beamte gewandt. Aber die Täter seien im Getümmel untergetaucht. Obwohl Polizisten, die oben auf der Treppe vor dem Dom standen, den „Tatort“ vor dem Bahnhof sogar im Blick hatten, war ihnen nichts ungewöhnliches aufgefallen. Direktionsleiter Michael Temme erklärte, es sei in einer Menschenmasse wie dieser „enorm schwierig“, solche Situationen punktuell zu erkennen, gerade im Dunkeln.

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