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Stichwahl: Zypern muss weiter auf Präsidenten warten

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Präsidentschaftskandidat Nicos Anastasiades  Foto: AP
Bei der Präsidentenwahl auf Zypern gab es am Sonntag einen großen und einen kleinen Gewinner, aber keinen Sieger. Der konservative Politiker Nikos Anastasiades (66) erhielt zwar 45,4 Prozent der Stimmen. Weil er aber die absolute Mehrheit verpasst hat, kommt es zur Stichwahl.
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Nikosia

Der konservative Politiker Nikos Anastasiades hat klar die erste Runde der Präsidentenwahl auf Zypern gewonnen. Allerdings bekam er deutlich weniger Stimmen als in den Prognosen vorhergesagt und muss sich nun am kommenden Sonntag einer Stichwahl stellen. Wie das Innenministerium am Sonntagabend nach Auszählung aller Stimmen mitteilte, erhielt Anastasiades 45,46 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 83,14 Prozent.

„Das heutige Ergebnis ist ein Sieg der Kräfte, die wollen, dass Zypern eine neue Seite aufschlägt“, sagte Anastasiades vor jubelnden Anhängern. Einen Sieg in der Stichwahl hielt er für sicher. Dennoch rief alle Bürger des Landes auf, ihm am kommenden Sonntag die Stimme zu geben. „Ich habe heute ein starkes Mandat für eine europäische Orientierung (Zyperns) erhalten“, sagte Anastasiades. Er werde alles tun, damit das Euro-Land wieder auf Europakurs gebracht wird.

Privatisierung abgelehnt

Bei der Stichwahl wird Anastasiades gegen den linken Politiker Stavros Malas antreten, der im ersten Durchgang auf 26,91 Prozent der Stimmen kam. Dritter wurde der Vertreter der politischen Mitte, Giorgos Lillikas, mit 24,93 Prozent.

Malas gratulierte Anastasiades zum Wahlsieg in der ersten Runde. Zugleich rief er die Wähler des drittplatzierten Lillikas auf, in der zweiten Runde für ihn zu stimmen. „Diesen Kampf werden wir gewinnen“, sagte der 55-Jährige Mediziner unter dem Jubel seiner Anhänger in Nikosia und bedankte sich bei der Kommunistischen Partei und anderen linken Kräften für die Unterstützung. Malas lehnt Privatisierungen staatlicher Unternehmen und eine Verschlankung des Staates ab.

Die Stichwahl findet am 24. Februar statt. Auf Zypern wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Er bestimmt und führt die Regierung.

Bankrott droht

Der neue Präsident soll die pleitebedrohte Inselrepublik durch die schwerste Finanzkrise der jüngeren Geschichte führen und vor dem Bankrott bewahren. Zypern braucht nach offiziellen Angaben dringend 17,5 Milliarden Euro, um seine Banken und die Staatsfinanzen zu stabilisieren. Nur noch bis Ende März ist nach offiziellen Angaben Geld in den Staatskassen.

Die Wahl wurde auch im türkisch-zyprischen Norden der Insel mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die Insel ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU. Das europäische Regelwerk gilt jedoch nur im griechisch-zyprischen Süden. Mehrere Verhandlungsrunden zur Überwindung der Teilung sind in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert. (dpa)

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