27.08.2016
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Unicef-Studie: Deutsche Kinder immer unglücklicher

Kinder

Sie leben besser als die Kinder und Jugendlichen in den meisten anderen Ländern der Welt - und trotzdem sind viele Mädchen und Jungen in Deutschland unglücklich.

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dpa

Genf -

Kinder in Deutschland zeigen Unicef zufolge gute Schulleistungen, leben gesundheitsbewusst und sind seltener gewalttätig. Ihr Lebensumfeld habe sich seit 2007 deutlich verbessert, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Vergleichsuntersuchung zur Lage der Kinder in Industrieländern 2013. Dennoch sei bundesweit jeder siebte Jugendliche mit sich und seiner persönlichen Lebenssituation unzufrieden. Besser sieht es in den Niederlanden aus: Hier leben offenbar die glücklichsten Kinder.

Die deutschen Mädchen und Jungen stellten sich und ihrer Gesellschaft „ein erschreckendes Zeugnis aus, das uns nachdenklich machen muss“, erklärte der Berliner Soziologieprofessor Hans Bertram vom Deutschen Komitee für Unicef. Die einseitige Konzentration auf Leistung und Erfolg führe dazu, dass sich viele Kinder ausgeschlossen fühlten. Die an Ressourcen reiche deutsche Gesellschaft versage offensichtlich dabei, den Mädchen und Jungen Perspektiven auf gerechte Teilhabe zu geben.
Während deutsche Kinder und Jugendliche in der Studie bezüglich relativer Armut, Gesundheit und Bildung auf Platz sechs liegen, stehen sie bei der Selbsteinschätzung ihrer Lebenszufriedenheit auf Platz 22. Die Forscher analysierten das Wohlergehen von Kindern in 29 Staaten. Dabei wurden die materielle Situation, Gesundheit und Sicherheit, Verhalten und Risiken, Bildung sowie Wohnen und Umwelt in den vergangenen sechs Jahren untersucht.

Skandinavische Länder besser als Deutschland

In allen fünf Dimensionen belegten die Niederlande den ersten Platz. Die gute Situation spiegele sich auch in der Selbsteinschätzung von Kindern und Jugendlichen wider, hieß es. Auch die skandinavischen Länder Norwegen, Island, Finnland und Schweden schneiden im Durchschnitt besser als Deutschland ab.

In der unteren Tabellenhälfte landeten die europäischen Krisenländer Spanien (19. Platz), Italien (22. Platz) und Griechenland (25. Platz), wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in Genf mitteilte. Dann folgen die USA, Litauen, Lettland und das Schlusslicht Rumänien.

Unicef forderte die Regierungen auf, das Wohlergehen der Kinder in den Mittelpunkt der Politik zu stellen. Diese Maxime müsse für die aktuelle wirtschaftliche und soziale Krisenlage, aber auch für normale Zeiten gelten, betonte das Hilfswerk.
Während Deutschland bei der Bildung auf Platz drei vorrücken konnte, hinter den Niederlanden und Belgien, kam es beim Wohnen und Umwelt nur auf Platz 13. Allerdings habe sich in keinem der untersuchten 29 Länder der Anteil der Jugendlichen, die rauchen, in den vergangen Jahren so deutlich reduziert wie in Deutschland, hieß es. Sie konsumieren auch Alkohol und Cannabis deutlich seltener. Vorbildlich sei zudem die besonders niedrige Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Grundlage der Unicef-Analyse waren die neuesten erhältlichen Daten von Eurostat, OECD, PISA, Weltgesundheitsorganisation und Weltbank. Sie beziehen sich auf die Jahre 2009/2010. Die neue Studie knüpft an frühere Untersuchungen aus dem Jahr 2007 an. Dort schnitt Deutschland insgesamt nur mittelmäßig ab. (epd)

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