29.07.2016
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Verantwortliche für Archiveinsturz: Bis zum Urteil vergehen Jahre

Einsturz Stadtarchiv

Die Rettungskräfte suchten mit Spürhunden nach Verschütteten.

Foto:

Schwarz

Der Plan der Stadtverwaltung,  durch selbstständige Beweisverfahren gegen alle möglichen  am Bau der U-Bahn beteiligte Personen und Firmen einzuleiten, bedeutet noch längst nicht, dass diese für den Archiveinsturz tatsächlich verantwortlich sind. Es handelt sich um einen vorsorglichen Verfahrensschritt, um die Verjährung möglicher Ansprüche zu verhindern – nach Schätzungen im Rathaus geht es um nicht weniger als einen Milliardenschaden. Es muss vor allem aber auch darum gehen, festzustellen, wer die Schuld für den Tod zweier junger Männer trägt.

Was das  Vorgehen  der von der Stadt beauftragten Anwälte  bereits heute zeigt: Die juristische Aufarbeitung des Unglücks vom 3. März 2009 dürfte   zu einem  Mammutverfahren werden,  wie  es Köln  noch nicht erlebt hat, strafrechtlich und zivilrechtlich.  Die Beteiligten werden vor Gericht Dutzende und Aberdutzende von Verteidigern und Gutachtern aufbieten; und sehr vieles spricht dafür, dass der Rechtsstreit durch alle Instanzen bis zum Bundesgerichtshof, möglicherweise auch bis zum Europäischen Gerichtshof ausgetragen wird. Bis zu einem endgültigen Urteil  können da durchaus zehn Jahre und mehr vergehen.