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Vergewaltigung in Indien: Täter kommt vor das Jugendgericht

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Demonstranten protestieren anlässlich des Prozesses gegen die sechs Vergewaltiger in Neu Delhi für eine moralische Grundordnung Indiens. Foto: AFP
Einer von sechs Vergewaltigern, die im Dezember ein Studentin tödlich verletzt haben, ist noch minderjährig. Statt der Todesstrafe erwarten ihn nun einige Jahre Gefängnis - ein weiterer Fehler der indischen Justiz, sagen Kritiker.
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Neu Delhi

Im Fall der tödlichen Vergewaltigung einer Studentin in Indien wird einer der sechs Angeklagten vor ein Jugendgericht gestellt. Nach einem Bericht der Zeitung „Times of India“ vom Montag befand ein Gericht in der Hauptstadt Neu-Delhi, dass einer der Beschuldigten erst 17 Jahre alt ist. Gegen ihn kann die Todesstrafe nicht verhängt werden. Er muss mit maximal drei Jahren Haft rechnen. Kritiker verlangen daher nun eine Reform des Jugendstrafgesetzes, weil ihnen das Strafmaß als zu milde erscheint.

Die anderen fünf müssen sich vor dem eigens eingesetzten Sondergericht verantworten. Allen sechs Männern werden Mord, Kidnapping, Raub und Vergewaltigung vorgeworfen. Sie sollen am 16. Dezember 2012 eine 23-jährige Medizinstudentin in einem Bus in Neu-Delhi über eine Stunde lang vergewaltigt und mit zwei Eisenstangen gefoltert haben. Danach warfen sie die Frau und ihren 28-jährigen Begleiter nackt auf die Straße. Die Studentin starb zwei Wochen später an ihren schweren inneren Verletzungen.

Proteste vor dem Prozess

Der Fall hatte in Indien wochenlang für wütende Proteste gesorgt. Demonstranten und Polizei lieferten sich in der Innenstadt Delhis Straßenschlachten. Die Anklage gegen die fünf erwachsenen Männer wird vor einem neu eingerichteten Gericht erhoben, das sich vor allem mit Sexualverbrechen befassen soll und eine zügigere Rechtsprechung für die Opfer garantieren soll.

Indiens Justiz ist oft langsam und korrupt. Der Mehrheit der Vergewaltigungen wird gar nicht erst angezeigt, weil nur in den seltensten Fällen der Täter verurteilt wird. Laut amtlicher Statistik kamen im Jahr 2011 nur 15 Prozent der über 95.000 anhängigen Anklagen wegen Vergewaltigung überhaupt vor ein Gericht. (epd)

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