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Wahlen in Italien: Napolitano wiedergewählt

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Italiens Präsident Giorgio Napolitano erklärte sich überraschend bereit, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Foto: dpa
Im sechsten Anlauf hat es geklappt, und zwar überzeugend. Weil die ersten Kandidaten scheiterten, ließ sich Staatschef Napolitano zur Wiederwahl drängen. Nun kann er Italiens Regierungskrise gestärkt angehen.
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Rom

Der italienische Staatschef Giorgio Napolitano (87) ist wiedergewählt. Napolitano, der erst in der sechsten Runde der Präsidentenwahl am Samstag in Rom angetreten war, schaffte auf Anhieb eine satte Mehrheit von 738 Stimmen der 1007 Parlamentarier. Die absolute Mehrheit von 504 Stimmen hätte gereicht. Nach dem Scheitern zweier Kandidaten in den ersten Runden hatte sich das amtierende Staatsoberhaupt bereiterklärt, erneut anzutreten, um das Land aus der seit Wochen andauernden Regierungskrise zu führen.
Italiens erster Staatschef mit einer zweiten Amtszeit wurde mit langem Applaus gefeiert. Gegenkandidat Stefano Rodotà von der Protestbewegung „Fünf Sterne“ Beppe Grillos kam auf 217 Stimmen.

Erklärung im Wortlaut

Staatspräsident Giorgio Napolitano, Samstagnachmittag 14.37 Uhr:

Im Wissen um die Gründe, die mir dargelegt wurden, und im Respekt vor den Persönlichkeiten, die sich bislang den Wahlgängen für die Bestimmung des neuen Staatspräsidenten gestellt haben, halte ich es für meine Pflicht, die Bereitschaft zu erklären, die von mir erbeten wurde. In den Gesprächen heute Morgen ist natürlich nicht über Angelegenheiten diskutiert worden, die mit der Wahl des Präsidenten de Republik nichts zu tun haben. Mich bewegt in diesem Moment das Gefühl, mich einer Übernahme von Verantwortung gegenüber der Nation nicht entziehen zu können. Dabei vertraue ich darauf, dass dem eine entsprechende kollektive Übernahme von Verantwortung (seitens der politischen Parteien und ihrer Führer, d. Übers.) gegenübersteht.

Übersetzung: Peter Seidel

Bersanis Rücktritt war erwartet worden. Es gebe Bestrebungen, die linke Partei zu zerstören, sagte er. Abtreten wollte er nach einer erfolgten Präsidentenwahl. „Ich kann nicht hinnehmen, dass meine Partei dabei ist, eine Lösung zu verhindern, das ist zu viel“, so Bersani. Der Linken stand es nach dem Sieg bei den Parlamentswahlen Ende Februar zu, Kandidaten für das höchste Staatsamt vorzuschlagen.

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Er könne sich nach den Krisengesprächen mit den Parteien beider Seiten der Verantwortung für die Einheit und den Zusammenhalt der Nation nicht entziehen, hatte Napolitano seinen Schritt kurz vor der Wahl begründet. Er forderte dieses Verantwortungsbewusstsein auch von den politischen Kräften. In den vergangenen Monaten hatte er mehrfach eine erneute Kandidatur abgelehnt und auf sein hohes Alter verwiesen.

Napolitano empfing am Samstag neben Bersani und Berlusconi auch den noch kommissarisch amtierenden Regierungschef Mario Monti zu Krisengesprächen. Obwohl Napolitano betonte, über andere Themen sei nicht gesprochen worden, wurde in Rom spekuliert, dass der frühere Ministerpräsident und Innenminister Giuliano Amato einen Regierungsauftrag erhalten könnte. Amato war auch als Kandidat für das Präsidentenamt im Gespräch. (dpa)

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