24.08.2016
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WDR-Intendant Tom Buhrow: Lehrling auf dem Chefsessel

Tom Buhrow wird neuer Intendant des WDR.

Tom Buhrow wird neuer Intendant des WDR.

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NDR

Ruth Hieronymi hat am Mittwochabend sicherlich tief durchgeatmet. Endlich ist die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats von der Last befreit, einen Intendanten finden zu müssen. Die Aufgabe war ein Balanceakt auf Messers Schneide. Gründlich sollte die Suche sein, gleichzeitig sollte sie schnell über die Bühne gehen, denn ein langes Machtvakuum ist so ziemlich das Letzte, was der WDR in diesen Zeiten gebrauchen kann. Transparenz wurde bei der Auswahl gefordert, aber auch größtmögliche Verschwiegenheit. All das unter einen Hut zu bringen war beinahe ein Ding der Unmöglichkeit.

Hieronymi zeigte sich am Mittwochabend überzeugt, die passende Wahl für den wichtigsten Chefposten in der ARD getroffen zu haben. Muss sie ja auch. Aber ist Tom Buhrow wirklich der Beste, der diesen Job übernehmen kann? Im Sender und auch darüber hinaus gibt es erhebliche Zweifel. Buhrow ist ein erfahrener und angesehener Journalist, keine Frage. Er kennt auch den WDR. Aber der Job des Intendanten verlangt mehr als das. Der Chef der größten ARD-Anstalt muss ein Kommunikator sein, muss führen und managen können. Buhrow wird beweisen müssen, ob er dazu in der Lage ist. Er wird lernen müssen, diesen Job auszufüllen.

Doch genau das ist das Problem: Der WDR braucht niemanden, der erst noch in die Lehre geht. Er braucht einen Meister, einen, der schon alles mitbringt, was Voraussetzung dafür ist, um den Westdeutschen Rundfunk zurück zu alter Stärke zu führen. Vielleicht ist es wirklich so, dass der Rundfunkrat im Rahmen seiner Möglichkeiten die beste Wahl getroffen hat. Aber dann reichen seine Möglichkeiten nicht aus.