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Aufarbeitung der Stadtteile: Stabilisierung ist Pflicht

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Die Fußgängerzone in Finkenberg hat ein urbanes Aussehen erhalten, aber der Brunnen ist der Neugestaltung zum Opfer gefallen. Foto: Heeg
Stadträtin Monika Möller im Gespräch über die Finkenberger Wohnbebauung und die positive Entwicklung in Gremberghoven, sowie über den Ausbau anderer Stadtteile, insbesondere Porz.  Von
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Gremberghoven

Frau Möller, Sie sind als ein Ratsmitglied bekannt, das sich in besonderem Maße für den Stadtteil Finkenberg engagiert. Was sind denn dafür die Gründe?

MONIKA MÖLLER: Ich fühle mich dort zu Hause, denn ich habe von 1968 bis 2001 in Finkenberg gewohnt und habe die Entwicklung dieses Stadtteils sozusagen am eigenen Leib miterlebt. Außerdem habe ich hier immer noch viele Bekannte und Freunde.

Seit 1994 sind Sie Mitglied im Kölner Rat. Können Sie sich nach so vielen Jahren noch motivieren?

MÖLLER: Ja durch die kleinen und größeren Erfolge, die mir sogar zunehmend Freude machen. Sehen Sie, als ich vor 18 Jahren anfing, musste ich erst einmal lernen, denn ich bin ja direkt von meinem Ortsverein Finkenberg, Gremberghoven und Eil ohne Umweg über die Bezirksvertretung in den Stadtrat geschickt worden. Damals war auch das Wort Finkenberg in meiner Fraktion noch völlig unbekannt. Das hat sich erst Mitte der 90er Jahre geändert, nachdem durch meine Initiative die vorbereitende Untersuchung zur Sanierung des Stadtteils beschlossen wurde. Und heute haben wir die Fußgängerzone saniert und planen einen Kindergarten und ein Jugendzentrum. Das sind doch Erfolge, oder.

Das bedeutet aber auch, dass Finkenberg schon den 90er Jahren sanierungsbedürftig wurde?

MÖLLER: Ja, leider. Nach dem Bankrott der Nordwestdeutschen Siedlungsgesellschaft NWDS vor 25 Jahren haben private Investoren deren Häuser in Finkenberg gekauft. Die meisten haben aber nur Geld verdienen wollen und kaum etwas für die Instandhaltung der Immobilien getan. Man hat damals versäumt, darauf zu achten, wer Eigentümer wird. Eine städtische Gesellschaft wäre sicher die bessere Lösung gewesen.

Das Problem, dass Gesellschaften, die nur Geld verdienen wollen und so wenig wie möglich investieren, Häuser erwerben, besteht ja immer noch. Kann das in Zukunft nicht verhindert werden?

Ratsfrau Monika Möller, SPD
Ratsfrau Monika Möller, SPD
Foto: Heeg

MÖLLER: Ja, es wäre schon wichtig, eine Gesetzgebung zu initiieren, die die Eigentümer zur Instandhaltung verpflichtet.

Das gibt es doch, im Grundgesetz steht doch, dass Eigentum verpflichtet.

MÖLLER: Das ist aber nicht einklagbar. Wir brauchen Gesetze, die nicht nur moralisch bindend sind. In NRW haben wir bereits vor der letzten Landtagswahl eine Enquete-Kommission eingerichtet, die sich damit auseinandersetzt.

Außer Finkenberg ist ja auch Porz seit einigen Jahren ein Problemfall.

MÖLLER: Ja, wir müssen Porz wieder stabilisieren. Dafür brauchen wir Investoren, die zum Beispiel im Hertie-Gebäude wieder Geschäfte einrichten. Es gibt Kommunen, die bewiesen haben, dass Unterzentren durchaus funktionieren. Das sollte auch in Porz gelingen, und die Stadt unternimmt ja auch alles, was in ihren Möglichkeiten steht. Ute Berg, die Dezernentin für Wirtschaft und Liegenschaften, der Oberbürgermeister und auch NRW-Finanzminister Walter Borjans setzen sich persönlich ein. Sie haben bereits Kontakte zu möglichen Investoren aufgenommen.

Dabei ist aber nichts Zählbares herausgekommen.

MÖLLER: Die Lage ist ja durch die Insolvenz auch nicht gerade einfach. Das betrifft vor allem die städtische Tiefgarage, die immer Minus gemacht hat. Vor einer teuren Sanierung sollte geprüft werden, wie viel Parkraum überhaupt benötigt wird, und dann die Größe der Tiefgarage danach bemessen.

Gremberghoven gehört auch zu ihrem Wahlkreis. Wie sieht es denn dort aus? Da hat doch gerade jetzt der letzte Lebensmittel zugemacht.

MÖLLER: Trotzdem ganz gut, denke ich. Der Bahnhofsvorplatz, der als Zentrum für Gremberghoven aufgewertet werden soll, ist gerade neu gestaltet worden. Es gibt Überlegungen, dort einen Eisenbahnwaggon aufzustellen und eine Erinnerungstafel an die Kriegstoten aus dem Stadtteil. Die Nahversorgung mit dem rollenden Lebensmarkt funktioniert gut. Das ist natürlich nur eine Übergangslösung, es soll schon eine dauerhafte Nahversorgung geben. Wir haben auch erreicht, dass der städtische Bücherbus Gremberghoven anfährt. Mich fasziniert, wie die Menschen dort alle an einem Strang ziehen. Der Bürgerverein ist unwahrscheinlich engagiert.

Sie sind ja nicht nur im Ausschuss für allgemeine Verwaltungs- und Rechtsfragen und Internationales, sondern auch im Ausschuss für Kunst und Kultur. Das ist doch auch ein Sorgenkind vor allem in Porz, oder?

MÖLLER: Wir müssen uns anstrengen, dass die Kultur in den Stadtteilen überlebt. Wir holen es nie wieder herein, wenn wir die städtische und die freie Kulturszene einmal kaputt gespart haben. Ich habe deshalb unter anderem auch angemahnt, dass die Sanierung des Wehrturms endlich durchgeführt wird und mich auch im Kulturausschuss für die Sanierung der Ufermauer engagiert.

Das Gespräch führten Roland Schriefer und Michael Heeg.

Zur Person

Monika Möller ist 1943 geboren. Die Pädagogin ist verheiratet und hat zwei Töchter. Seit 1994 gehört sie dem Kölner Rat an und ist außerdem noch Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Köln -Tel Aviv.

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