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Eduard-Möricke-Schule: Hells Kiosk als Chance für die Zukunft

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Daniel und Dennis bedienen Oberbürgermeister Jürgen Roters an ihrem „Hells Kiosk“. Foto: Diethold
An der Eduard-Möricke-Schule leiten Jugendliche erfolgreich ihre eigene Schülerfirma, den Hells Kiosk. Für das innovative und erfolgreiche Projekt gab es nun eine Auszeichnung vom Oberbürgermeister.  Von
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Es ist kurz vor zehn Uhr, die Glocke klingelt zur ersten Pause. Kurz danach öffnet sich ein Fenster der neu eingerichteten Mensa zum Schulhof – der „Hells Kiosk“ an der Eduard-Möricke-Schule hat geöffnet. Verschiedene belegte Brötchen, Getränke, Äpfel und Apfelsinen werden von den Schülern für wenige Euro an ihre Mitschüler verkauft. Zum Ende der Pause sind nur noch einige wenige Brötchen übrig geblieben. Der Schülerkiosk schließt für diesen Tag.

Betrieben wird die kleine Verkaufsstelle ausschließlich von Schülern der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung. Die Schüler haben auch selbst über den Kiosk-Namen abgestimmt. Das Projekt wird seit fast vier Monaten in enger Zusammenarbeit mit dem em-Schülerfirmennetzwerk durchgeführt. Von der Entwicklung und den Erfolgen des Projektes hat sich jetzt Oberbürgermeister Jürgen Rothers ein Bild gemacht und den Einsatz der Jugendlichen mit „Meilensteinzertifikaten“ gewürdigt.

Kiosk erfüllt viele Aufgaben

Denn Ziel des Projektes ist es, den überwiegend schwer erziehbaren Kindern durch das eigenständige Führen des Kiosk unternehmerisches Handeln und wirtschaftliche Zusammenhänge näher zu bringen. Gleichzeitig sollen aber auch die soziale Kompetenz, das Verantwortungsbewusstsein und der friedliche Umgang miteinander gefördert werden.

Angeleitet von Tim Breker, dem Geschäftsführer des em-Schülernetzwerks, übernehmen die Schüler mittlerweile die komplette Abwicklung des Kioskbetriebs von der Bedarfsplanung über die Bestellung und den Verkauf bis hin zur Abrechnung, der Buchhaltung und der Einstellung neuer Mitarbeiter. Das Netzwerk liefert die bestellten Lebensmittel und unterstützt die Jugendlichen bei wirtschaftlichen und kaufmännischen Fragen. „Die Schüler haben eine hohe Motivation“, sagt Schulleiter Richard Bürvenich. Es sei eine sehr positive Entwicklung festzustellen, auch was gewaltlose Konfliktlösungen betreffe.

Interesse anderer Schüler ist groß

Bei den Schülern als Kunden kommt „ihr“ Schulkiosk gut an. Mehr als 300 mit Putenfleisch belegte Ciabatta, der Bestseller für zwei Euro, und ein bisher erreichter Umsatz von rund 2500 Euro sind eine gute Bilanz, findet auch Roters. Nach Abzug der Kosten für den Einkauf beim Schülerfirmennetz bleibt auch für die derzeit neun Mitglieder des Kiosk-Team etwas übrig. Das haben die Jungen zum Teil in T-Shirts, bedruckt mit dem Schriftzug ihres „Hells Kiosk“, investiert.

Für Lehrer Joachim Schmidt, der das Kiosk-Team betreut, ist wichtig, das wirtschaftliche Handeln zunehmend in den Lehrplan zu integrieren und die Jugendlichen dadurch ein Stück auf die Berufswelt vorzubereiten. Einige werden bald ein Praktikum beginnen. Auch die Schüler selbst finden, dass sich ihre Aktivitäten als junge Nachwuchsunternehmer positiv auswirken. „Ich bin wesentlich ruhiger und weniger aggressiv“, sagt der 16-jährige Jimmy stolz. Er und seine Kollegen haben nach eigenen Worten jetzt auch eine andere Einstellung zu Mathematik, Wirtschaft und einem respektvolleren Umgang miteinander bekommen. Den Kiosk wollen die Jugendlichen auch in den nächsten Schuljahren noch weiter betreiben und auch das Interesse von anderen Mitschülern ist groß, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Das Projekt Hells Kiosk

Der „Hells Kiosk“ wurde 2012 in Zusammenarbeit mit dem em-Schülerfirmennetzwerk gegründet. Zu dem Netzwerk gehören derzeit sechs Schülerfirmen an Haupt- und Realschulen im Rheinland. Mit der Eduard-Möricke-Schule ist die erste Förderschule, mit der das Netzwerk kooperiert.

Schüler und Lehrer werden durch das Netzwerk auf die Gründung der Schülerfirma vorbereitet und auch während des Betriebes unterstützt. Kosten entstehen für die Jugendlichen und die Schule keine.

Finanziert werden die Projekte und das Netzwerk über eine Online-Spendenaktion, Stipendien und Verkaufserlöse.

Für die Zukunft ist darüber hinaus eine verstärkte Zusammenarbeit mit Einzelhandelsunternehmen geplant. (hdi)

www.emnetzwerke.de

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