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Feueralarm in Grengel: Kleinkind stirbt bei Wohnungsbrand

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Bei einem Brand in Porz-Grengel ist ein 23 Monate alter Junge ums Leben gekommen. Foto: Arton Krasniqi
Bei einem Brand in Porz-Grengel ist ein 23 Monate alter Junge ums Leben gekommen. Seine Mutter wurde schwer verletzt. Ein Vierjähriger, der zunächst als vermisst galt, wurde bei den Nachbarn gefunden. Bei dem Einsatz wurden drei Feuerwehrmänner verletzt.  Von
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Ein gelber Teddybär im XXL-Format liegt auf seinem Rücken vor dem Haus am Moritz-von-Schwind-Weg in Porz-Grengel, ein halbes Dutzend Lösch-Schläuche windet sich aus der Eingangstür des weiß gestrichenen Zwei-Familien-Hauses. Dutzende Feuerwehrleute stehen vor dem Haus, die Erschöpfung nach dem Brand in einer Wohnung im Obergeschoss steht ihnen in die Gesichter geschrieben. Kaum jemand spricht, Seelsorger mischen sich unter die Einsatzkräfte. Das Feuer am Mittwochmorgen ist kein Routineeinsatz. Ein kleines Kind ist in den Flammen gestorben.

Es sind dramatische Szenen, die sich um 10.24 Uhr in der beschaulichen Seitenstraße abspielen. Als die Feuerwehr nur fünf Minuten nach dem Notruf am Unglücksort eintrifft, steht die Mutter des kleinen Jungen völlig aufgelöst im Treppenhaus, ruft immer wieder: "Mein Kind, mein Kind!" Die 31-Jährige hat mit ihrem Sohn zusammen im ausgebauten Dachgeschoss gewohnt. Jetzt quillt dichter, schwarzer Rauch aus der Wohnung. Die Mutter ist so verzweifelt, dass sie von einem Zugführer daran gehindert werden muss, zurück in die Wohnung zu laufen.

Kleinkind stirbt bei Wohnungsbrand in Porz

Ein erster Trupp stürmt in die Wohnung, um den kleinen Jungen zu finden. "Dabei ging es nur um die Suche nach dem Kind", sagt Feuerwehrsprecher Jens Müller. Die drei Männer versuchen, sich in der verrauchten und brennenden Wohnung zu orientieren und das Leben des Kindes zu retten. Doch plötzlich geraten die Retter selber in Gefahr: "Während der Suche kam es plötzlich zu einer Rauchgasdurchzündung", so Müller. Eine Stichflamme schießt den Wehrleuten entgegen, wegen der starken Hitzeentwicklung funktioniert das Atemschutzgerät eines Feuerwehrmanns nicht mehr.

Er atmet giftiges Rauchgas ein, muss von seinen Kollegen über die Drehleiter aus einem Fenster der Dachgeschosswohnung gerettet werden. Die zwei verbleibenden Mitglieder des Trupps suchen weiter nach dem vermissten Jungen. Doch erst nach knapp 25 Minuten wird der Junge vermutlich im Wohnzimmer gefunden, die Flammen und der dichte Rauch erschweren die dramatische Suche. Der Einsatz der Retter ist am Ende vergebens. Feuerwehrsprecher Jens Müller: "Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Jungen feststellen."

Die Mutter des Jungen wird bei dem Feuer schwer verletzt und steht unter Schock, sie ist in ärztlicher Behandlung. Auch sie hat eine Rauchvergiftung erlitten, so wie insgesamt vier Menschen. Wo genau sich die Frau befunden hat, als das Feuer ausbrach, ist derzeit noch unklar.

Für weitere Aufregung bei den Rettungskräften sorgen Hinweise darauf, dass sich noch ein zweites Kind in der Wohnung befunden haben soll. Wie sich herausstellt, war ein vier Jahre alter Cousin des Jungen in der Wohnung, als es brannte. Schließlich gibt es aber Entwarnung: Der Junge hat sich selber aus dem Haus befreit; er wird bei einer Familie in der Nachbarschaft gefunden.

Viele Menschen aus dem Moritz-von-Schwind-Weg beobachten die Löscharbeiten, einige können ihre Tränen nicht zurückhalten. Der strahlende Sonnenschein an diesem Morgen will so gar nicht zu den schrecklichen Ereignissen passen. Die Ursache des Feuers muss jetzt von Experten der Polizei ermittelt werden.

Wie es hieß, haben die beiden Jungen ferngesehen, als die Wohnung in Brand geriet. Ob ein technischer Defekt des Geräts als Ursache des Unglücks infrage kommt, konnte die Polizei am Mittwoch noch nicht sagen. Wie zu erfahren war, ist auch nicht auszuschließen, dass die Kinder mit Feuer gespielt haben. Nach dem Einsatz beginnt auch die Arbeit der Seelsorger und des Teams zur psychosozialen Unterstützung der Feuerwehr. "Einen kleinen Jungen tot zu finden, das lässt niemanden kalt", sagt ein Feuerwehrmann. Der Junge wurde nur 23 Monate alt.

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