Porz
Poll, Westhoven, Ensen, Gremberghoven, Eil, Porz, Urbach, Elsdorf, Grengel, Wahnheide, Wahn, Lind, Libur, Zündorf, Langel, Finkenberg

Vorlesen
0 Kommentare

Forschungsanlage: Labors für Mars und Erde

Erstellt
Die innovative Architektur der Großforschungsanlage Envihab im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt wird schon deutlich. Foto: Franz Schwarz
Rund 30 Millionen Euro wird die Großforschungsanlage Envihab in Porz-Lind kosten. Unter anderem soll untersucht werden, wie sich eine Reise zum Mars auf den menschlichen Körper auswirkt.  Von
Drucken per Mail
Porz-Lind

Wenn irgendwann Astronauten zum Mars geschickt werden, dann kommt das Wissen über die Auswirkungen der langen Reise auf den menschlichen Körper aus Porz-Lind. Hier wurde am Mittwoch Richtfest für die Großforschungsanlage Envihab gefeiert, der weltweit größten Einrichtung im Bereich der Luft- und Raumfahrtmedizin. Der Komplex ist Teil des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und entsteht in Verbindung mit der Regionale 2010. Rund 200 geladene Gäste aus Forschung und Politik konnten einen Blick werfen auf die futuristische Architektur und sich einen Eindruck vom Fortgang der Arbeiten beim Innenausbau verschaffen.

Mit 30 Millionen Euro ist der Neubau veranschlagt, der rund 3500 Quadratmeter umfasst. Weitere zehn Millionen Euro werden in die Innenausstattung fließen, wie Rupert Gerzer, Direktor des Institutes für Luft- und Raumfahrtmedizin, mitteilte. Entstehen soll eine innovative medizinische Forschungsanlage, die in Teilen öffentlich zugänglich sein wird. Ziel ist vor allem, die Ergebnisse der Experimente für den modernen Alltag nutzbar zu machen. „Wir forschen für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen in der mobilen Gesellschaft“, sagte Gerzer. Die Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt spiegelt sich auch im Namen wider: Envihab setzt sich zusammen aus Environment (Umgebung) und Habitat (Lebensraum).

DLR feiert Richtfest für Forschungsanlage

Der ungewöhnliche Ansatz, Spitzenforschung mit breiter Öffentlichkeitswirkung zu präsentieren, hat die Architekten vor besondere Herausforderungen gestellt. „Wir mussten ermöglichen, dass ungestört wissenschaftlich gearbeitet werden kann, Besucher aber gleichzeitig einen Blick auf die Anlage werfen können“, erklärte der Berliner Architekt Johannes Löbbert, der mit seiner Kollegin Uta Graff den Wettbewerb gewonnen hatte. Entstanden ist ein eingeschossiger Bau mit flexiblen Raummodulen, Lichthöfen und einem begehbaren Dach. Dabei wurde die Forschung in das Untergeschoss verlegt – auch, um absolute Dunkelheit zu ermöglichen.

Zu den zentralen Einrichtungen des Komplexes wird die neu konzipierte Humanzentrifuge gehören, mit der auch die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper erforscht werden sollen. Ebenfalls geplant sind unter anderem Sauerstoffreduktionsbereiche und ein Schlaflabor. Welche Strahlkraft die Forschungseinrichtung haben kann, beschrieb Jörg Ruff, Mediziner bei der Luftwaffe, die mit ihrem Institut für Flugmedizin auf das DLR-Gelände ziehen will: „Das wird ein europäisches Kompetenzzentrum.“ Martin Zell, Direktor des ESA-Institutes für bemannte Raumfahrt, ging noch weiter: „Die Größe und die Ausstattung sind einzigartig. Envihab wird ein Magnet für internationale Wissenschaftler und ihre Projekte.“
Aber auch die Region soll profitieren, etwa indem Jugendliche verstärkt an naturwissenschaftliche Berufe herangeführt werden. Zudem sollen Unternehmen aus dem direkten Umfeld profitieren. „Die Forschung ist anwendungsorientiert“, freute sich Frithjof Kühn, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises. „Die Ergebnisse können Unternehmen für sich nutzen, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das schafft Arbeitsplätze.“

KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Videos
FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Weitere Serien
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!