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Goldenes Buch: „Dankbarkeit ist Auszeichnung“

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Wer darf sich eintragen, wer nicht? Die Frage hat eine Diskussion ausgelöst. (Bild: RS) 
Das „Goldene Buch“ von Porz kommt wieder zum Einsatz: Kabarettist Richard Rogler und der japanische Künstler Shoichi Sakurai werden sich in den nächsten Tagen eintragen. Viele Ehrenamtler wünschen sich jedoch eine andere Form der Anerkennung.  Von
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Rogler erhält das den Orden der "Närrischen Luftfahrt", während Sakurai, der schon mehrfach in Porz ausgestellt hat, gerade einmal wieder zu Besuch in Zündorf weilt. Damit wird das Buch wieder dem gerecht, was es eigentlich sein soll: ein Gästebuch, in dem sich namhafte Besucher verewigen. In jüngster Vergangenheit hatte es darüber hinaus auch viele Ehrenamtler aufgenommen. Dazu zählten auch die Bezirksvertreter, und mit ihnen die beiden Lokalpolitiker aus dem äußeren rechten und linken Spektrum. Das hat eine Diskussion über Sinn und Zweck solcher Eintragungen ausgelöst.

Peter Albert Schaaf war 25 Jahre im aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Zündorf, 15 davon war er Gruppenführer. "Das Ehrenamt hat meinen Lebensrhythmus bestimmt", sagt er. In dieser Zeit habe er alle Auszeichnungen, die von der Feuerwehr zu vergeben waren, erhalten. "Weitere Auszeichnungen haben mich eigentlich nicht besonders interessiert." Denn wer ein Ehrenamt bekleidet, der macht das aus Überzeugung und gerne und nicht für eine Anstecknadel oder ein Urkunde oder dafür, dass er sich ins Gästebuch eintragen darf. "Wo fängt man bei diesen Ehrungen an", fragt er sich. "Der eine hat Leben gerettet, der andere war 30 Jahre im Schützenverein. Beide werden geehrt. Da verliert doch eine Ehrung an der Wert."

Nur besondere Personen eintragen

Hans-Gerd Ervens, der viele Jahre Bezirksbürgermeister gewesen ist, hat in seiner Amtszeit viele Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. "Aber bei mir durften sich nur besondere Personen eintragen, Sportler, die etwas geleistet haben, wie Holger Nikelis, der Sieger der Paralympischen Spiele von Athen im Rollstuhl-Tischtennis, wie Weihbischof Manfred Melzer, aber auch die Ordensträger der Närrischen Luftfahrt." Bezirksvertreter sollten sich dagegen erst eintragen, wenn sie mindestens eine Legislaturperiode der Bezirksvertretung angehört hätten, und die Verwaltungsbeamten nur als Dank für eine langjährige Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung.

Peter Dicke, der Vorsitzende der Sportvereinigung Porz, ein Fußballverein mit intensiver und erfolgreicher Nachwuchsarbeit, ist überzeugt, dass er es dennoch noch nicht verdient hat, geehrt zu werden und sich in das Gästebuch einzutragen. "Das sollte doch nur für diejenigen gelten, die wirklich etwas Besonderes für den Stadtbezirk geleistet haben, das ist doch eine bedeutende Auszeichnung", sagt er. Von einer Ehrung seiner Person hält auch Hans Florin, Vorsitzender des Fördervereins Hospiz Köln-Porz, nicht viel. Für ihn sei es immer die größte Ehre gewesen zu arbeiten. "Die Dankbarkeit, die ich durch meine ehrenamtliche Arbeit erhalte, ist Auszeichnung genug", sagt er. Er selbst habe allerdings während seiner Tätigkeit im Vorstand des Fußballverbandes Mittelrhein viele Sportler geehrt. "Dabei habe ich gemerkt, wie wichtig Auszeichnungen für einige gewesen sind."

Die Integration von ausländischen Kindern und Jugendlichen durch Sport sei immer sein Thema gewesen. Deswegen könne er auch nicht verstehen, wieso sich die Vertreterin der Bürgerbewegung pro Köln, einer Partei, die als verfassungsfeindlich eingestuft wurde, ins Gästebuch eintragen konnte. Es müsse doch Grundlagen dafür geben, wer sich in einem Gästebuch verewigen darf und wer nicht, sagt Florin.

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