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Inklusion: Lernen, mit Behinderung umzugehen

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Bei einem von fünf Gemeinschaftsprojekten hatten Schüler der Pestalozzischule und der Otto-Lilienthal-Realschule Stoffstücke in einen Zaun verwebt. Foto: Nadine Carstens
Zur Inklusion gehört nicht nur Schüler mit Behinderung an Regelschulen zu integrieren. Auch umgekehrt ist Inklusion möglich. Ein gelungenes Projekt in Porz integriert Realschüler in den Alltag an einer Förderschule.  Von
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Wenn von Inklusion gesprochen wird, ist meist das Einbeziehen von Schülern mit Behinderung an Regelschulen gemeint. An der Pestalozzischule, eine Förderschule für geistige Entwicklung, funktioniert dieses Konzept jedoch andersherum: Unter dem Motto "Integration umgekehrt" werden hier seit rund anderthalb Jahren Jugendliche der Otto-Lilienthal-Realschule im Schul-Alltag der Förderschule integriert. Somit ist die Pestalozzischule die erste Kölner Schule für geistige Entwicklung, die dieses Konzept eingeführt hat.

"Alle Schüler der Otto-Lilienthal-Realschule, die ab der siebten Klasse das Wahlpflichtfach Sozialpädagogik wählen, werden in diesem Fach ausschließlich unter unserem Dach unterrichtet", erklärt Marietta Wischmeyer, Leiterin der Pestalozzischule. Im Verlauf eines Schuljahres wird zwischen gemeinsamen Lernprojekten und dem eigenen Unterricht gewechselt. Momentan besuchen 13 Realschüler einmal wöchentlich für zwei Stunden die Pestalozzischule. So sollen beide Gruppen füreinander sensibilisiert werden und Vorurteile abbauen.

Kooperation als Normalität

"Am Anfang hatten wir Berührungsängste, aber mittlerweile gehört es für alle zur Normalität, dass wir hier herkommen - es macht sogar Spaß mit den Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten", sagt die 13-jährige Melina von der Otto-Lilienthal-Schule. Auch ihre Mitschülerin Peggy befürwortet die Kooperation: "Wir haben schnell gelernt, mit den Behinderungen der Pestalozzischüler umzugehen und haben gemerkt, dass sie ganz normale Menschen sind." So herrsche inzwischen ein Miteinander, ohne dass sich die Gruppen in zwei Lager aufteilen. Diese Annäherung von Schülern mit und ohne Behinderung ist für die Leitung beider Schulen ein wichtiges Ziel. "Unsere Schüler wollen an der allgemeinen Bildung teilnehmen und wünschen sich ernst genommen zu werden mit ihren Ideen und Bedürfnissen", sagt Johanna Kanschat, stellvertretende Leiterin der Pestalozzischule.

Wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, zeigten die Kinder und Jugendlichen, als sie nun die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Projektarbeit vorstellten. Befasst hatten sie sich dabei mit Themen wie Kunst, Musik und Lesen. Eine der fünf Gruppen beschäftigte sich zum Beispiel mit Radiointerviews und führte Umfragen innerhalb der Klassen durch. Kreativ ging es indes in der Gruppe "Miró" zu, in der die Schüler nicht nur mehr über das Leben des spanischen Künstlers erfuhren, sondern auch selber Stift und Pinsel in die Hand nahmen. Auf Pappkartons kreierten sie eigene Entwürfe im Stil von Miró, die sie bald auch auf Leinwänden übertragen wollen. Die Ergebnisse werden dann zu einem großen Mosaik zusammengesetzt, das den Flur der Pestalozzischule schmücken soll. Ebenfalls verschönert wurde bereits das Außengelände: Dort hatte eine weitere Gruppe Stoffstücke in einen Zaun verwebt.

Die Kooperation soll in Zukunft fortgesetzt werden, indem weitere Jahrgänge der Otto-Lilienthal-Realschule integriert werden. "Ab nächstem Schuljahr planen wir auch eine Zusammenarbeit mit der Literatur- und Theater-AG des Stadtgymnasiums Porz", sagt Wischmeyer.

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