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Interview: „Ohne Kontrolle ändert sich nichts“

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Schwerlastverkehr in Poll Foto: Roland Schriefer
Trotz aller Beschränkungen rollt der Schwerlastverkehr weiter auf der Siegburger Straße durch Poll. Hans-Dieter Heinecke vom Bürgerverein Poll fordert mehr Kontrollen des Durchfahrverbots.  Von
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Die Siegburger Straße zwischen Poll und Deutz ist eine der innerstädtischen Routen mit dem höchsten Lkw-Aufkommen in Köln. Obwohl dort seit einiger Zeit ein Fahrverbot für Lkw ab 2,8 Tonnen gilt. Die Zufahrt ist allerdings für Anlieger frei gewesen. Jetzt ist das Durchfahrtverbot etwas verschärft worden. Es gilt nur noch „Anlieferung frei“. Hat sich dadurch etwas geändert?
Hans-Dieter Heinecke: Nein, leider nicht. Wir vom Bürgerverein beobachten den Schwerlastverkehr seit 1994. Es fährt immer noch wenigstens alle zehn Minuten ein Lkw durch das Nadelöhr an der Eisenbahnunterführung an der Straße Am Schnellert

Gerade wurde der Firma Theo Steil die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb einer Anlage zur zeitweiligen Lagerung von Eisen- und Nichteisenmetallen auf ihrem Betriebsgelände im Deutzer Hafen in Poll erteilt. Das sind doch Waren, die man schlecht mit dem Handkarren transportieren kann. Dafür braucht man doch Lkw. Wie sollen die denn in den Deutzer Hafen gelangen?
Heinecke: Über den Östlichen Zubringer ist der bequem zu erreichen. Die Lkw müssen nicht über die Siegburger Straße fahren. Das dürfen nur solche, die in Poll etwas anliefern, und nicht die, die das im Deutzer Hafen machen. Durch die neue Beschilderung können sich die Fahrer nicht mehr rausreden, sie hätten es nicht gewusst.

Was muss denn geschehen, dass das Durchfahrverbot für Lkw endlich greift?
Heinecke: Wir haben jetzt endlich eine Handhabe, den Verkehr zu überprüfen. Das sollte dann auch geschehen. Aber Egon Kusenberg, ein Mitglied des Bürgervereins, dessen Büro sich direkt an der Siegburger Straße Ecke am Schnellert befindet, hat mir gesagt, dass er erst ein- oder zweimal Polizei hier gesehen hätte.

Zur Person

Hans-Dieter Heinecke ist Vorsitzender des Bürgervereins Poll, der sich seit Jahren intensiv dafür einsetzt, den zunehmenden Schwerlastverkehr von der Siegburger Straße fernzuhalten. Er fordert stärkere Kontrollen für den betroffenen Bereich.

Wie soll es denn weitergehen ?
Heinecke: Wir bitten um eine Bürgeranhörung über die Genehmigung für die Firma Theo Steil, wo wir unseren Standpunkt darstellen können. Außerdem müssen die bereits jetzt schon geltenden Auflagen genauer befolgt und Verstöße geahndet werden.
Sollte die Genehmigung denn nicht besser zurückgenommen werden?

Heinecke: Der Bürgerverein ist keineswegs gegen die Ansiedlung von Gewerbe. Aber muss es unbedingt ein weiterer Schrottplatz sein? Außerdem, wenn in Poll Gewerbe angesiedelt wird, muss es auch einen Verkehrswegeplan geben. Den habe ich nicht gefunden.

Aber es gibt doch ein Schreiben vom Amt für Stadtentwicklung aus dem vergangenen Jahr. Aus ihm geht hervor, dass die Stadt das Lkw-Führungskonzept aus dem Jahre 1992 aktualisiert. Danach sollten Lkw, die zum und vom Deutzer Hafen fahren, den Östlichen Zubringer benutzen, um den Weg über die Siegburger Straße zu umgehen.
Heinecke: Das ist richtig. Aber wenn die Polizei und die zuständigen Überwachungsbehörden das nicht stärker als bisher kontrollieren, wird sich nichts ändern. Außerdem sollte es endlich ein Nutzungskonzept für das Hafengebiet geben, das ausschließt, das immer mehr Firmen hier angesiedelt werden, die mit einer Hafennutzung nichts zu tun haben. Der Deutzer Hafen ist doch ein Filetstück auf Kölner Stadtgebiet und sollte eigentlich durch eine entsprechende Bebauung und Nutzung aufgewertet werden. Zur Zeit verkommt er aber zu einem Schrottplatz an der Grenze der Umweltzone.

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