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Katzen-Odyssee: Wald gesucht für junge Wilde

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Wildkatzen sind artgeschützt. Foto: dpa
Die von Spaziergängern im Westerwald gefundene Katze Wilma wurde beim Katzenschutzbund Köln aufgepäppelt und wird nun im Westerwald wieder ausgewildert. Wildkatzen müssen in ihrem natürlichen Lebensraum bleiben.  Von
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Schon unzählige Kätzchen hat Cerstin Heinrichs mit der Flasche großgezogen. Doch Wilma war ein spezieller Fall: „Sie mochte die Aufzuchtmilch nicht, war sehr scheu und versteckte sich meistens in der hinteren Ecke ihrer Box“, erinnert sich die zweite Vorsitzende des Katzenschutzbund Köln. „Zu hören war sie allerdings sehr gut: Sie begann schon zu fauchen und knurren, wenn ich die Zimmertür öffnete.“ Von den drei anderen Kätzchen, die Heinrichs zur selben Zeit in Porz aufpäppelte, wollte die Katze auch nichts wissen und fauchte sie nur kräftig an. „Eigentlich vertragen sich so junge Tiere meist mit gleichaltrigen Artgenossen“, erläutert Heinrichs.

Wildkatze
Wilma wird bald so stattlich aussehen wie diese Artgenossin.
Foto: dpa

Spaziergänger hatten das damals wenige Wochen alte Kätzchen zwei Tage zuvor an einer Lichtung im Westerwald gefunden und mitgenommen in dem Glauben, dass es verwaist sei. Über Umwege kam es zum Katzenschutzbund Köln.

Wilmas ungewöhnliches Verhalten wie auch Aussehen nährten den Verdacht, dass das Tier keine Hauskatze ist. Heinrichs holte sich übers Internet und per Telefon Informationen ein. „Die Bilder von kleinen Wildkatzen, die ich im Netz gesehen habe, sahen Wilma zum Verwechseln ähnlich.“ So ist beispielsweise der etwas kürzere, schwarzgeringelte Schwanz charakteristisch für diese Tierart.

Wildkatzen sind artgeschützt

Cerstin Heinrichs erfuhr zudem, dass Wildkatzen eigentlich nicht ihrem natürlichen Lebensraum entnommen werden dürfen. Sie sind artgeschützt und das wäre Wilddiebstahl. Auch darum suchte Heinrichs nach einer artgerechten Unterbringung für das Tier. Sie telefonierte unter anderem mit einer Tierärztin, mit Zoos, einem Naturschutzbund und Wildgehegen – zunächst ohne Erfolg. Der erlösende Tipp kam vom Kölner Veterinäramt: Heinrichs sollte sich an das Wildfreigehege Wildenburg bei Idar-Oberstein wenden. Das war bereit, die kleine Wilde aufzunehmen – unter der Voraussetzung, dass Heinrichs Wilma in das 200 Kilometer entfernte Gehege brachte.

Wildkatzen

Die Fellzeichnung der Wildkatze ist verwaschen mit Aalstrich auf dem Rücken und weißem Kehlfleck. Eine Wildkatze hat einen muskulöseren, kompakteren Körperbau als eine Hauskatze und breitere Tatzen. Ihr Kopf hat eine eher gedrungene Form, die Schnauze ist breit mit fleischfarbener Nase. Der kurze und stumpf endende Schwanz ist schwarz geringelt, mit Dreier-Ringelung an der Spitze. Wildkatzen sind scheu und lassen sich nicht zähmen.

Somit war Wilmas großes Abenteuer vom Leben in der Zivilisation nach gut einer Woche beendet. Die Katze lebt nun in einem Gehege und wird von erfahrenen Pflegern großgezogen. Inzwischen bestätigten Blut- und Haarprobentest, dass Wilma tatsächlich eine Wildkatze ist.

Wilma wird schon bald wieder ein freies Tier sein – sie wird ausgewildert und kann dann durch die Wälder der Gegend streifen. „Wilma macht sich sehr gut, wie mir der Wildpark-Leiter bestätigte“, sagt Heinrichs, „sie ist außerdem besonders aggressiv und zieht sich bei Annäherung schnell in ihr Gehege zurück“, hat die Porzerin erfahren. Heinrichs ist froh, dass sich für die Kleine ein so schönes und vor allem artgerechtes Zuhause gefunden hat – und dass nach einer turbulenten Woche wieder Ruhe in ihr Haus eingekehrt ist.

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