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Nach Gutsherren-Art: Wohlfühlen auf dem Mellerhof

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Ilona Lazar und Tochter Lara wohnen seit zwei Jahren auf dem Mellerhof – ein Sandkasten bietet Kindern Platz zum Spielen.  Foto: Nadine Carstens
Vor 20 Jahren wurde der historische Mellerhof in Zündorf aufwändig restauriert. Landwirtschaftlich genutzte Gebäude wurden zu Wohnungen und Büros umgebaut. Für unsere Serie „Nach Gutsherren-Art“ haben wir uns auf dem Hof umgesehen.  Von
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Zündorf

Von außen wirkt das Backsteingemäuer des Mellerhofs ein wenig unscheinbar. Wer aber durch das verzierte, tannengrün gestrichene Eingangstor geht, findet sich in einem unerwartet großen, liebevoll gestalteten und gepflegten Innenhof wieder. Insgesamt 22 Wohn- und Büroeinheiten liegen heute in dem denkmalgeschützten Gutshof, der um 1800 erbaut wurde und früher unter dem Namen „Dulmanshof“ bekannt war. Vor allem die hier lebenden Familien schätzen die Atmosphäre der Wohnanlage an der Hauptstraße 117-119.

Eine von ihnen sind die Lazars, die vor zwei Jahren in das restaurierte zweigeschossige Herrenhaus gezogen sind. „Wir kamen nach Zündorf, als mein Mann und ich unser erstes Kind erwarteten – vorher wohnten wir in der Innenstadt“, schildert Ilona Lazar. „Die Lage hier ist einfach toll: Die Groov, das Schwimmbad, Kitas und Schulen sowie Einkaufsmöglichkeiten befinden sich direkt vor unserer Haustür.“ Ihre 16 Monate alte Tochter Lara scheint sich ebenfalls sichtlich wohl zu fühlen. Vergnügt spielt sie im Sandkasten, der sich in einer Ecke des Innenhofs befindet, während Hund Leo sie beobachtet. „Hier kann meiner Tochter nicht viel passieren – ich fühle mich dabei natürlich umso entspannter“, so Ilona Lazar. Gewöhnungsbedürftig sei anfangs nur die niedrige Deckenhöhe des Fachwerkhauses gewesen. „Das ist aber halb so wild, denn wir sind alle nicht so groß“, sagt die junge Mutter mit einem Schmunzeln.

Angenehme Nachbarschaft

Die Bewohner des Mellerhofs haben ihre Terrassen liebevoll gestaltet.
Die Bewohner des Mellerhofs haben ihre Terrassen liebevoll gestaltet.
Foto: Nadine Carstens

Auch das Verhältnis zu den anderen Bewohnern des Mellerhofs sei sehr angenehm und nachbarschaftlich. „Einmal im Jahr findet hier ein Sommerfest mit Live-Musik statt, bei dem die Bewohner mit Freunden und Verwandten grillen“, schildert Ilona Lazar. Veranstaltungen wie diese fördern das Miteinander – dazu trägt auch jeder Einzelne bei, indem er sein eigenes Wohnumfeld individuell gestaltet, zum Beispiel mit Blumenkübeln und gemütlichen Sitzecken.

Obwohl der Gutshof gleich an der Hauptstraße liegt, ist es auf dem Innenhof sehr ruhig. „Zum Mellerhof gehören vier Gewerbe, die alle an der Straße liegen – die Wohnungen befinden sich im hinteren Teil der Wohnanlage und sind ruhiger gelegen“, erläutert Immobilienmakler Helmut Heinze, der sein Büro vor rund 20 Jahren hier eröffnet hat – kurz nachdem die Hofanlage 1993 umfangreich von Architekt Bruno Wasser restauriert wurde. In diesem Zuge wurde auch eine Tiefgarage angelegt, zu der vom Innenhof aus eine Treppe führt. „Der Hof steht unter Denkmalschutz und muss auch heute noch ständig saniert werden“, sagt Heinze. Auch jetzt stehen zwei Arbeiter auf einer Leiter und schleifen die Holzsprossen der Fenster ab.

Bekannt seit dem 17. Jahrhundert

Die Bewohner des Mellerhofs haben ihre Terrassen liebevoll gestaltet.
Die Bewohner des Mellerhofs haben ihre Terrassen liebevoll gestaltet.
Foto: Nadine Carstens

„Erstmals erwähnt wurde der Dulmanshof bereits 1624“, sagt Heinze. Dabei bezieht er sich auf Karl H. Boley, der sich in seinem Heft 8 „Beiträge zur Ortsgeschichte von Ober- und Niederzündorf“ mit der Geschichte des Gutshofs beschäftigt hat. So soll ein Pfarrer Cramer den Hof im Lagerbuch des Pfarrarchivs Zündorf genannt haben.

„Ich nehme an, dass das Herrenhaus und ein Teil der Scheune im 17. Jahrhundert entstanden sind, als noch die Familie Dulman hier lebte“, schildert Boley. „Der restliche Teil der Hofanlage kam später hinzu, vielleicht waren die Wirtschaftsgebäude aber auch so baufällig, dass die späteren Pächter, die Familie Meller, sie um 1800 ersetzt haben.“ Denn das Backsteingemäuer sehe nicht so aus, als stamme es aus dem 17. Jahrhundert. Genutzt wurde der Hof damals landwirtschaftlich – so wie auch der Börschhof und der Olefshof in Zündorf.

Schräg gegenüber auf der Houdainer Straße, Ecke Hauptstraße erinnert noch ein im Jahr 1711 errichtetes Wegekreuz an die früheren Bewohner des Gutshofs. Es zeigt die Wappenschilder der Stifter Theodor Dulman und Maria Elisabeth Beuel und wurde 1817 von den damaligen Hofeigentümern Adolf und Anna Meller erneuert.

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