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Naturprojekt: 5000 Maifische im Rhein ausgesetzt

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Peter Beeck (l.) und Florian Koch entlassen die Maifische. Foto: Roland Schriefer
Über 5000 Larven des fast ausgestorbenen Maifischs sollen von Poll aus den Rhein bevölkern. Bereits seit 2008 wird der Wanderfisch erneut im Fluss angesiedelt. Bald sollen die ersten erwachsenen Tiere zurückkehren.  Von
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Noch ist es nur ein Wunsch, einen großen Kölner Maifisch aus dem Rhein ziehen zu können. „Wir hatten gehofft, dass es in diesem Jahr ein paar Rückkehrer geben würde“, sagt Andreas Scharbert, Manager des „Alosa alosa-Projektes“ der Europäischen Union. Immerhin würden ja bereits seit 2008 Fischlarven aus den französischen Flüssen Dordogne und Garonne im Rheinland und in Hessen ausgesetzt. „Die Chancen stehen gut, dass wir im kommenden Jahr endlich wieder ausgewachsene Maifische im Rhein sichten können.“ Im niederländischen Rhein seien kleine Jungfische ausgemacht worden.

Der Maifisch, eine Heringsart, ist ein Wanderfisch, der im Rhein laicht und sich dann zur Nordsee aufmacht. Dort frisst er sich fünf Jahre lang satt, bis er groß, stark und geschlechtsreif wieder zum Laichgrund im Rhein zurückkehrt. Hier dreht er seine Runden, um den Laich abzulassen – anschließend stirbt das Tier.

Qualität des Rheinwassers stimmt

Spaß am Rande: Die Poller Milchmädchen versuchten, den Zachaies den Wellen des Rhein zu übergeben.
Spaß am Rande: Die Poller Milchmädchen versuchten, den Zachaies den Wellen des Rhein zu übergeben.
Foto: Roland Schriefer

In den vergangenen Jahrhunderten war der Maifisch Erwerbs- und Nahrungsgrundlage für viele Menschen entlang des Rheins. Durch Umwelteinflüsse, Überfischung und zahlreiche Wehre, die eine Rückkehr der Wanderfische erschwerten, galt er spätestens in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als ausgestorben.

Erst 2007 wurde ein Wiederansiedlungsprojekt für den Maifisch am Rhein ins Leben gerufen. „Wir hätten das Projekt nie gestartet, wenn die Qualität des Wassers im Rhein nicht wieder positiv geworden wäre“, sagt Heiner Klinger vom Landesamt für Fischerei. Bis heute sind rund acht Millionen Maifischlarven im hessischen und nordrhein-westfälischen Rheineinzugsgebiet ausgesetzt worden. Das Projekt soll bis 2015 fortgesetzt werden. Dann, so hofft man, sind die ersten Maifische zurückgekehrt und können langfristig den eigenen Bestand sichern.

Hoffen auf die Rückkehr

Federführend für das Maifischprojekt ist in NRW das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Es hat zahlreiche Partner wie den Rheinischen Fischereiverband, die Rheinfischerei-Genossenschaft NRW und den Poller Verein Maigeloog, der den Maifischbesatz mit einem Umzug begleitete. Filmvorführungen und Ausstellungen im Ausflugslokal Poller Fischerhaus sowie Demonstrationen der Befischung mit einem Ufernetz für Schulkinder komplettierten das Programm rund um das Umweltprojekt.

Das Ereignis endete mit der Aussetzung der Fischlarven durch Florian Koch vom hessischen und Peter Beeck vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium. „Wir konnten allerdings wegen des Hochwassers an der Dordogne, und weil der Fluss noch zu kalt für das Laichen gewesen ist, nur 5 000 Larven mitbringen“, sagte David Clavé, der das Projekt in Frankreich betreut. Die kommen bei der derzeit hohen Fließgeschwindigkeit des Rheins flugs in die Nordsee. Ob sie aber auch die schwierige Rückkehr schaffen, wird man erst in fünf Jahren sehen.

Das Projekt „Alosa alosa“ kann auch im Internet verfolgt werden: www.alosa-alosa.eu

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