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Ökologisches Jahr: Ein Jahr mit Wald und Tieren

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Anke Schwarz (22) absolviert ihr Freiwilliges ökologisches Jahr im Haus des Waldes. Foto: Renate Hofmann
Immer mehr junge Menschen entscheiden sich dazu ein sogenanntes Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr zu absolvieren. Die 22jährige Anke Schwarz besetzt die erste Stelle in der Waldschule in Gut Leidenhausen.  Von
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Anke Schwarz hat ein besonderes Verhältnis zu Tieren. Für sie ist Cäsar „der Knaller“ und die Rote Zora eine „echte Schönheit“. Allerdings spricht sie dabei nicht von einem Kater oder einem Meerschweinchen. Vielmehr ist der Träger des kaiserlichen Namens ein Königspython. Das selbstbewusste Mädchen aus dem gleichnamigen Kinderbuch ist unterdessen Namenspatin einer Vogelspinne. Beide sind Bewohner des „Haus des Waldes“, dem die Waldschule angeschlossen ist. Die 22-Jährige absolviert hier ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Nach einem dreimonatigen Prozess hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Einrichtung in Gut Leidenhausen Anfang des Jahres als Einsatzstelle anerkannt. Anke Schwarz ist die erste Nutznießerin.

Berührungsängste mit Tieren jedweder Art hat Anke Schwarz jedenfalls nicht. Sie nimmt den Python ungeniert in die Hand, lässt ihn an sich hoch schlängeln oder streichelt den behaarten Rücken der Vogelspinne. Für die 22-Jährige ist das FÖJ Bestandteil ihrer Schulbildung. „Den theoretischen Teil für meine Fachhochschulreife habe ich hinter mir“, erklärt sie. „Mit meinem Einsatz hier absolviere ich den praktischen Teil.“

Mit den Tieren arbeiten

Von der Möglichkeit erfahren hat sie über Freunde und Bekannte, die von ihrer Tierliebe wussten. „Wenn ich Leute besuche, besuche ich auch immer ihre Haustiere“, schmunzelt Anke Schwarz, deren Eltern ihr das Halten eines eigenen Haustieres untersagten. Als Berufsziel gibt sie denn auch „irgendetwas mit Tieren“ an. Pfleger steht bei ihr allerdings nicht so hoch im Kurs wie Trainer. „Im Zoo arbeitet man mehr für die Tiere als mit den Tieren.“ Da ihr aber gerade letzteres Spaß macht, hat sie vor dem FÖJ schon ein Praktikum in einer Hundepension absolviert.

In der Waldschule ist sie nun für die Betreuung der Lebewesen zuständig, muss füttern, pflegen und die Käfige reinigen. Dabei hat sie die Tiere schon gut kennengelernt. So weiß sie, wann die Vogelspinne die Geduld verliert und zum Angriff übergeht, und wie sie Cäsar halten muss, damit er ihr nicht einen Finger zerquetscht. „Das kann schon passieren“, sagt sie. „Er ist ein reines Muskelpaket.“

Mit Lektüre eingedeckt

Anke Schwarz mit dem Waldkautz Karl und Frank Küchenhoff.
Anke Schwarz mit dem Waldkautz Karl und Frank Küchenhoff.
Foto: Renate Hofmann

Der Python, der erst vor wenigen Monaten in der Waldschule eingezogen ist, ist ohnehin ihr Favorit. „Er ist ganz ruhig und total neugierig.“ Auch lasse er sich von den Schülern gut anfassen. „In der Fachsprache heißt das »handhaben«“, weiß sie inzwischen. Ohnehin hat sie sich mit allem an Lektüre eingedeckt, was zu den Tieren zu finden war. Der etwa fünf Jahre alten Schlange widmet sie zudem ihre Projektarbeit. Er wird ein Holzterrarium mit „Swimmingpool“ erhalten.

Noch viel mehr als die Tiere in der Waldschule interessieren sie allerdings die Greifvögel in der benachbarten Schutzstation. Auch dort wird sie eingesetzt. Das Einfangen der Vögel und das Halten auf der Faust hat sie bereits gelernt. Auch in das „Stopfen“ kranker Tiere hat sie sich schon einführen lassen. Schade findet sie, dass keine Uhus mehr nachgezogen werden. „Wir dürfen sie nicht mehr ohne Weiteres auswildern“, erklärt Frank Küchenhoff, Leiter der Waldschule und ihr Betreuer. „Und Platz, sie zu behalten, haben wir nicht.“ Deshalb werden dem Uhu-Paar derzeit auch die Eier fortgenommen. Sie dienen dann in der Waldschule zu Unterrichtszwecken.

Das Augenmerk von Anke Schwarz liegt indes auch auf der Rattenzucht in der Greifvogelstation. Die Nagetiere werden zu Fütterungszwecken gezogen. Da sie bald von Niederkassel nach Brück in eine eigene Wohnung zieht, wird sie endlich auch eigene Haustiere halten können. Ausgesucht sind sie bereits: zwei gescheckte Ratten aus einem der letzten Würfe.

Das Freiwillige Ökologische Jahr

Insgesamt zwei Einsatzstellen für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr sind in der Waldschule genehmigt. Hervorgehoben wird, dass Großstadtkinder dabei unterstützt werden können, Natur zu erleben und kennenzulernen. Neben der Vermittlung von Artenkenntnissen und dem Verständnis für ökologische Zusammenhänge spielen Sinneswahrnehmungen und Erlebniswerte im Unterricht eine große Rolle. Das „Haus des Waldes“, die Greifvogelschutzstation und das Obstmuseum, die in unmittelbarer Umgebung liegen, ermöglichen die Vertiefung und Erweiterung einzelner Unterrichtsaspekte. Auch werden die FÖJler zur Unterstützung von Waldschullehrer Frank Küchenhoff eingesetzt.

Die Bewerbungsfrist für die zweite Einsatzstelle läuft bereits. Bei Frank Küchenhoff haben sich schon zwölf Bewerber gemeldet. „Ich habe auch bereits die ersten Gespräche geführt.“ Damit zählt die Waldschule zu den beliebteren Einsatzstellen. „Andere haben noch gar keine Bewerbungen.“

Abgeschlossen ist aber noch kein Vertrag. Ohnehin können sich Interessenten ständig bewerben. „Es kann immer mal vorkommen, dass einer eine Stelle angetreten hat, dann aber doch einen Studienplatz erhält“, sagt Annika Gies vom LVR. In dem Fall werde nachbesetzt. Nähere Informationen gibt es im Internet. (RHn)

www.foej.lvr.de

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