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Plätzchen backen: Türkisches Gebäck zu Weihnachten

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Baklava wird im gesamten Orient genossen. Foto: Roland Schriefer
Ipek Zengin ist Kurdin und genießt es, in ihrer neuen Heimat in Finkenberg ihre Kultur leben zu können. Die traditionelle Süßspeise Baklava bereitet sie gerne selbst zu. Eine schöne Ergänzung zum klassischen Weihnachtsgebäck.  Von
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Finkenberg

„Baklava kann ich nicht machen“, hat Ipek Zengin (43) früher immer behauptet. Ihre Freundinnen hätten ihr aber einmal den Tipp gegeben, den Blätterteig fertig zu kaufen. Danach habe es auch bei ihr mit der bekanntesten türkischen Süßspeise geklappt. Auf den ersten Blick ist in der Wohnung von Ipek und Halil Zengin, der bei einem Autovermieter Arbeit gefunden hat, das orientalische Gebäck das einzige, was an ihre Herkunft aus dem Osten der Türkei erinnert. Die Wohnungseinrichtung ist ebenso modern und westlich geprägt wie ihre Kleidung.

Dabei pflegt Ipek Zengin durchaus selbstbewusst die kurdische Tradition. „Ich singe bei Festen meiner Freunde und auch zum Beispiel am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, kurdische und türkische Volkslieder“, verrät sie. Am 1. Mai zu singen, liegt ihr besonders am Herzen: „Ich bin Sozialistin“.

Weihnachten wird gefeiert

Ipek Zengin, die vor 15 Jahren von Istanbul nach Köln gezogen ist, hat sich in Finkenberg eingelebt. Aus ihrer Heimat hat sie kurdische Volkslieder mitgebracht und ein Rezept für Baklava.
Ipek Zengin, die vor 15 Jahren von Istanbul nach Köln gezogen ist, hat sich in Finkenberg eingelebt. Aus ihrer Heimat hat sie kurdische Volkslieder mitgebracht und ein Rezept für Baklava.
Foto: Roland Schriefer

Musik spielt auch im Leben ihrer beiden Söhne eine Rolle. Dennis (9) lernt Geige und Şahan (15) klassische Gitarre in der Carl-Stamitz-Musikschule. „Ich singe aber nur“, sagt Ipek Zengin. Bei ihren Auftritten bei kurdischen Feierlichkeiten wird sie aber meistens von Musikern auf klassischen Instrumenten der türkisch-kurdischen Musik wie einer Langhals-Laute, begleitet.

An den neuen Kulturkreis, in dem sie seit 15 Jahren lebt, hat sich ihre Familie angepasst. „Wir feiern sogar das christliche Weihnachtsfest“, sagt Ipek Zengin. Allerdings liegen bei ihr keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. „Wir schenken uns dafür an Silvester Kleinigkeiten.“

Jeder auf seine Weise glücklich

Ihre Familie fühle sich in Finkenberg ziemlich wohl, sagt Zengin. „Hier leben Menschen aus unterschiedlichen Kulturen miteinander, das gefällt mir.“ In der Türkei hat sie erfahren müssen, dass das auch ganz anders aussehen kann. „Wir Kurden sind dort ja nicht als eigenständige Volksgruppe anerkannt. Wir dürfen unsere Sprache offiziell nicht sprechen, und unsere Kultur wird unterdrückt.“ Auch deshalb genießt sie es, in Köln zu leben. Hier könne jeder auf seine Weise glücklich werden. „Das finde ich prima.“

Finkenberg ist denn auch Ipek Zengins neue Heimat geworden. „Hier habe ich viele Bekannte und Freunde aus verschiedenen Kulturen gewonnen.“ Das mit der neuen Heimat nimmt sie ernst und besucht deshalb zur Zeit einen Sprachkurs, um ihr jetzt schon recht gutes Deutsch noch zu verbessern.

Das Baklava-Rezept

Baklava mag Ipek Zengin am liebsten klassisch türkisch mit Walnüssen. Ihres schmeckt nussig, mild und ist nicht zu süß. „Ich mische den Sirup, mit dem das Gebäck übergossen wird, wenn es aus dem Backofen kommt, nur aus eineinhalb statt zwei Gläsern Zucker auf zwei Gläser Wasser“, verrät sie.

Aber von Anfang an: Den Blätterteig kauft Ipek Zengin in einem türkischen Lebensmittelladen. Sie lässt ihn zunächst eine Zeit lang aufgehen und hat währenddessen Zeit, die Nüsse zu reiben. Ist der Teig aufgegangen, rollt sie ihn aus und bedeckt ihn Schicht für Schicht mit den Nüssen. Mit einem Teigroller rollt sie die Schichten danach ein. „Wenn ich den Teigroller entferne, achte ich darauf, den Teig etwas zusammen zu drücken“, rät Zengin. Bevor sie ihn in den Backofen schiebt, träufelt sie noch etwas geschmolzene Butter darüber. „Er muss solange backen, bis er goldbraun aussieht.“

Noch heiß übergießt sie das Baklava mit dem kühl gewordenen Sirup aus Zucker und Wasser, in den sie ein paar Tropfen Zitronensaft gemischt hat. „Man kann auch warten, bis das Baklava kalt geworden ist. Dann muss aber der Sirup heiß sein.“

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