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Post-Filiale: Plötzlich ist die Post weg

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Das Zentrum von Urbach ist für viele Menschen kein wirkliches Einkaufsparadies. Foto: Diethold
Das Betreiberehepaar der Post-Filiale an der Kaiserstraße in Porz-Urbach hat nach drei Überfällen aufgegeben. Die Niederlassung ist seit Anfang März geschlossen. Viele Porzer befürchten den Niedergang der Lebensqualität im Stadtteil.  Von
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Urbach

Leerstehende Geschäfte, eine hohe Konzentration an Spielhallen und Billigläden sorgen schon seit längerem für Unmut in der Bevölkerung. Jetzt wurde zu allem Überfluss zum Beginn des Monats auch noch die Poststelle geschlossen. Viele Urbacher sind verärgert.

Für Hubert Semrau etwa ist das ein weiteres Zeichen für den Niedergang der Lebensqualität im Stadtteil. „Ich bin ja noch beweglich, aber wenn ich bedenke, dass ältere Menschen jetzt nach Porz-Mitte müssen, um Briefmarken zu kaufen, ist das schon schwierig“, sagt Semrau. Hinzu komme, dass die Hauptpost in Porz schon in der Vergangenheit gut ausgelastet gewesen sei. Durch die zusätzlichen Kunden aus Urbach würden die Schlangen an der Schaltern sicher noch länger.

Post sucht neue Kooperationspartner

„Unsere Filiale an der Kaiserstraße mussten wir schließen, weil die Kooperation mit unserem Geschäftspartner, dem Inhaber eines Elektrogeschäftes, ganz kurzfristig aufgegeben wurde“, sagt dazu Post-Pressesprecher Dieter Pietruck. Die Post sei aber bereits auf der Suche nach einem neuen Kooperationspartner.

In das Elektrogeschäft von Thomas Lissy war bis vor kurzem eine Poststelle integriert.
In das Elektrogeschäft von Thomas Lissy war bis vor kurzem eine Poststelle integriert.
Foto: Diethold

Für Thomas Lissy, den Inhaber des Elektrogeschäftes war die Schließung seiner Poststelle keine leichte Entscheidung. „Wir haben das jetzt sechs Jahre betrieben und es hat viel Spaß gemacht“, sagt Lissy. „Mit drei Überfällen in dieser Zeit geht das aber psychisch an die Grenzen der Belastbarkeit.“ Er und seine Frau Susanne hätten das immer noch nicht ganz verarbeitet, zumal die Täter des jüngsten Überfalls bis heute nicht gefasst seien. Für die älteren Leute täte es ihm aber auch sehr leid.

Maximal zwei Kilometer bis zur nächsten Post

Ob Lissy und seine Frau das Elektrogeschäft auch auf lange Sicht noch betreiben können, ist ungewiss. Generell sei es in Urbach schwierig geworden. Seit 30 Jahren sei er hier tätig, in der Zeit habe sich einiges verändert „Wir haben hier Billigläden, Spielhallen und -zig Kioske, aber ein Paar Schuhe kaufen kann man nicht“, sagt der Radio- und Fernsehtechniker. Da müssten auch die Politiker einmal gegensteuern. Mehr attraktive Einzelhändler würde vielleicht auch mehr kaufkräftige Kunden anziehen.

Wann sich für die zahlreichen Postkunden, die jetzt ständig vergeblich in das Elektrogeschäft kommen, etwas ändert, steht noch nicht fest. Derzeit müssen sie in die umliegenden Filialen in Eil, Grengel oder Porz ausweichen. „Kunden dürfen maximal einen Weg von zwei Kilometern bis zur nächsten Poststelle haben“, erklärt Pietruck. Das Kriterium sei in Urbach erfüllt. Wenn es hingegen um einen Pflichtstandort handeln würde, hätte die Post in Notfall selber eine Filiale eröffnen müssen.

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