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Prozess: 84-Jährige in ihrer Wohnung beraubt

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Vor dem Kölner Amtsgericht ist ein teurer Streit über einen Brillen-Rabatt ohne Urteil ausgegangen. (Symbolbild) Foto: Archiv
Seit sie in ihrer Wohnung überfallen wurde, lebt eine Seniorin aus Poll in Angst. Die mutmaßlichen Täter müssen sich nun vor Gericht verantworten. Sie sollen die ältere Frau mit einem Messer bedroht sowie Geld und Schmuck gestohlen haben.  Von
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Poll

Im Oktober des vergangenen Jahres wurde Rechtsanwalt Bernd Neunzig vom Weißen Ring gebeten, sich um das Opfer eines Raubüberfalls zu kümmern. Er fuhr nach Poll zur Straße Im Oberdorf. Die Tür der Mietwohnung öffnete eine 84-jährige Frau, die übel zugerichtet war. „Sie sah schlimm aus wegen all der Blutergüsse“, erzählt er. „Man hatte sie mit Klebestreifen straff geknebelt und an einen Stuhl gefesselt. Sie war noch völlig außer sich.“ Bis heute sei Gerda T. (Name geändert) schwer traumatisiert von dem Vorfall. „Bei jedem Klingeln hat sie Angst.“ Zum Glück kümmerten sich ihre Söhne gut um sie.

Am Montag saßen die beiden mutmaßlichen Täter in Saal 219 des Kölner Amtsgerichts. Staatsanwältin Sabine Bolder und Rechtsanwalt Neunzig als Vertreter der Nebenklage beantragten, den Fall wegen seiner Bedeutung vor dem Landgericht zu verhandeln. Die Vorsitzende des Schöffengerichts stimmte zu. Gleichwohl war zu hören, was Gerda T. durchmachen musste. Im Publikum saßen Angehörige des Opfers und der beiden Beschuldigten.

Hämatome und eine Gehirnerschütterung

Angeklagt sind Emilio S. (19), der aus Kroatien stammt und in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat, und Silvano P. (17, Namen geändert), der in Serbien geboren wurde und im Übergangswohnheim Poller Damm untergebracht ist. Laut Staatsanwältin klingelten sie am 16. Oktober 2012 um 18.15 Uhr an der Wohnungstür von Gerda T. Sie öffnete sie einen Spalt weit. In dem Moment stieß Emilio S. die Tür mit Gewalt auf und drängte die Frau in die Wohnung. Nachdem er sie mit einem Klebeband geknebelt hatte, hielt Silvano P. ihr ein Messer an den Hals.

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Zunächst musste sie sich in der Küche hinsetzen; danach stießen die Männer sie auf das Bett im Schlafzimmer, bevor sie sie auf einen Stuhl im Badezimmer fesselten. Nun durchsuchten sie die Wohnung nach Wertgegenständen; sie erbeuteten 500 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von 2000 Euro. Nachdem sie geflüchtet waren, konnte sich Gerda T. befreien und bei Nachbarn Hilfe holen. Sie hatte Hämatome im Gesicht und eine Gehirnerschütterung. Zur Beobachtung kam sie in ein Krankenhaus Schon zwei Tage später gab ein Zeuge der Polizei den ersten Hinweis auf die mutmaßlichen Täter; am 19. Oktober wurden sie festgenommen.

Die Verteidiger setzten sich am Montag nach einem ergebnislosen Rechtsgespräch dafür ein, den Fall doch vor dem Amtsgericht zu verhandeln und wenn möglich an einem Verhandlungstag zum Abschluss zu bringen. Silvano P.s Anwalt, der ein Geständnis in Aussicht gestellt hatte, kritisierte, entgegen dem Geist des Jugendstrafrechts, das der Erziehung den Vorzug vor Strafe gebe, solle mit der Verweisung ans Landgericht „Druck aufgebaut“ werden.

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