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Sozialarbeit: Ende einer freundlichen Nachbarschaft

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Die Arkaden am Hochhaus Konrad-Adenauer-Straße 39 sind zur Schmuddelecke verkommen, die für die Jugendwerkstatt angemieteten Räume gekündigt.  Foto: Roland Schriefer
Die Immobiliengesellschaft KPL Immo hat eine Räumungsklage für die angemieteten Räume der Jugendwerkstatt im Haus der Offenen Tür Porz eingereicht. Genaue Gründe fehlen jedoch, denn die Firma gibt keine Stellungnahme ab.  Von
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Finkenberg

Die freundliche Nachbarschaft zwischen dem Haus der Offenen Tür Porz und der KPL Immo ist beendet. Aufgekündigt hat sie die Immobiliengesellschaft, in deren Häusern in der Konrad-Adenauer-Straße und der Brüsseler Straße die Stadt Räume für den Verein gemietet hat. Sie hat der Stadt die Räumungsklage zugestellt und gleichzeitig auch den bisherigen Zugang zum Haus der Jugendwerkstatt in der Brüsseler Straße 161 untersagt. Denn der gepflasterte Weg führt über das Grundstück der KPL-Immo. Als Zugang könne auch der Grünstreifen genutzt werden, der sich auf dem Grundstück der Jugendwerkstatt befindet, sei ihnen mitgeteilt worden, sagte Inez Wolf, die Leiterin der Jugendwerkstatt.
Die KPL-Immo hat auch noch das Nutzungsrecht für den Keller des Gebäudes, das der Stadt gehört. „Bislang haben sie ihn aber noch nicht genutzt“, sagt Wolf. Doch dass ihr und ihren Mitarbeitern der bisherige Zugang zur Jugendwerkstatt verboten wurde, das fühle sich für sie „ein bisschen wie Krieg an“.

Noch im März hatte Uwe Butz, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft, gegenüber Pfarrer Berthold Wolff, dem Vorsitzenden des Haus der Offenen Tür Porz, zugesagt, sich nachhaltig für die sozialen Belange des Stadtteils Finkenberg einzusetzen. Davon sei nichts mehr zu spüren, sagt Sozialraumkoordinator Jürgen Auth. „Die KPL-Immo hält sich einfach nicht an die Vereinbarungen.“

Die Lage der Jugendwerkstatt wird durch die Räumungsklage schwierig. Denn in den für sie von der Stadt gemieteten Räumen führt sie berufliche Ausbildungsmaßnahmen durch, die über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren laufen. Unter anderem werden in der Konrad-Adenauer-Straße derzeit sechs Jugendliche als Maler und Lackierer ausgebildet. Auch in den anderen Objekten laufen langfristige Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Der Weg zur  Jugendwerkstatt verläuft über das Grundstück der KPL-Immo. Die hat  das Betreten untersagt.
Der Weg zur Jugendwerkstatt verläuft über das Grundstück der KPL-Immo. Die hat das Betreten untersagt.
Foto: Roland Schriefer

„Die Räumungsklage muss ja erst einmal von einem Gericht anerkannt werden“, sagt Inez Wolf gelassen.

Bis zu einem Gerichtsentscheid, der vermutlich frühestens Ende des Jahres fällt, könnten die Räume noch genutzt werden. „Dann müssen wir weiter sehen“, sagt sie. „In Finkenberg gibt es genug Leerstände, und wir haben auch beantragt, auf das Haus in der Brüsseler Straße noch eine zusätzliche Etage zu setzen. Auch für die OT Arche Nova und die Streetworker, deren Räume in der Theodor-Heuss-Straße von der KPL-Immo ebenfalls gekündigt wurden, ist Land in Sicht. „Auf dem Kirchenhügel werden eine Kindertagesstätte und das langersehnte Jugendzentrum errichtet“, sagt Wolf. Ende 2014 soll es bezugsfertig sein. Die Trägerschaft für die Kindertagesstätte übernimmt der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes, die für das Jugendzentrum der Verein Haus der Offenen Tür Porz. Unter dessen Dach befinden sich auch die OT Ohmstraße, die OT Arche Nova und die Jugendwerkstatt.

Bis dahin macht der Grundstückseigentümer den Nutzern allerdings das Leben nicht unbedingt leicht. Der Bereich des Hochhauses an der Konrad-Adenauer-Straße, wo sich die Räume der Jugendwerkstatt befinden, ist mittlerweile völlig heruntergekommen. Statt dort aufzuräumen, versuche die KPL-Immo, den Durchgang zur Konrad-Adenauer-Straße zuzumauern, sagt Wolf. „Diese Wand wird an den Wochenenden aber immer wieder eingerissen, und dann liegen überall Steine herum.“ Sie vermutet, dass Jugendliche dafür verantwortlich sind. „Die sind zunehmend frustriert über den Zustand ihres Viertels.“

Von der KPL-Immo war keine Stellungnahme zu den Gründen der Räumungsklage zu erfahren. „Uns wurden auch keine mitgeteilt“, sagt Wolf.

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