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Stadtentwicklung: Ein Stadtteil entwickelt sich weiter

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Den Spielplatz mit Namen „Finkenberg“ hat Immobilienunternehmer Holger Burhenne gestiftet. Foto: Roland Schriefer
Investor Holger Burhenne hat für 80 000 Euro einen Spielplatz an der neu gestalteten Fußgängerzone eingerichtet. Dies war Teil des Vertrags zum Kauf eines Hochhauses in Finkenberg. Im Interview spricht Burhenne über sein Engagement.
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Finkenberg

Herr Burhenne, Sie sind 2007 Eigentümer eines Hochhauses mit 160 Wohnungen in Finkenberg geworden und haben jetzt auf eigenen Kosten einen öffentlichen Spielplatz auf der Rückseite des städtischen Kindergartens angelegt. Was hat sie bewogen, knapp 80 000 Euro für Spielgeräte auszugeben?

Holger Burhenne: Wir haben mit der Stadt einen Vertrag abgeschlossen, als wir das Objekt 2007 erworben haben. Darin wurde festgelegt, dass die Stadt die Fußgängerzone neu gestaltet und wir im Gegenzug den Spielplatz anlegen.

Waren Sie sich denn damals, als sie das Hochhaus an der Konrad-Adenauer-Straße 72 erworben haben, im Klaren darüber, dass die Sanierung teuer werden könnte?

Burhenne: Ja sicher. Wir haben 2006 eine Begehung gemacht, und ich muss sagen, es war schon sehr bedrückend, was wir gesehen haben.

Und trotzdem haben Sie es gekauft?

Burhenne: Ja, wir hatten damals ein Objekt im Ruhrgebiet günstig veräußern können und wollten in einem neuen Markt reinvestieren. Wir haben uns in Berlin, Hamburg und Köln umgesehen. Das Objekt in Finkenberg hatte unserer Meinung nach das beste Potenzial. Es hat eine gute Mindestgröße und liegt geografisch am günstigsten zu unserem Standort in Bochum.

Zur Person: Holger Burhenne

Holger Burhenne ist Geschäftsführer der UHB-Wohnen-Gruppe mit Sitz in Bochum. Burhenne ist Wirtschaftsjurist und Immobilien-Ökonom und hat zudem einen Abschluss als Magister der Rechte in Immobilienrecht.

2007 wurde die UHB-Wohnen-Gruppe Eigentümerin des Hauses Theodor-Heuss-Straße 72 - 80 in Finkenberg.

Und wie war damals der Zustand des Hochhauses?

Burhenne: Schrecklich. Der Eigentümer war insolvent und sein Haus stand unter Zwangsverwaltung. Es gab einen Leerstand von fast 60 Prozent.

Das heißt, Sie wussten, dass sie viel investieren mussten?

Burhenne: Ja. Wir erwerben in der Regel Objekte, die über einen längeren Zeitraum aufgewertet werden müssen. Da kann man natürlich auch mal daneben liegen. Aber wenn es klappt, rechnet es sich.

Was muss man denn alles machen, dass es klappt?

Burhenne: Man muss einen Hausmeister im Gebäude haben, der jederzeit für die Mieter ansprechbar ist und der alle notwendigen Reparaturen möglichst umgehend vornimmt. Auch sollte man für eine gute Durchmischung der Mieterschaft sorgen. Es ist einfach wichtig, dass nicht nur Migranten und Harz IV-Empfänger in einem Haus wohnen. Denn die Kinder in einer Siedlung brauchen ja Vorbilder. Sie sollten erfahren, dass es die Regel ist, dass jemand morgens zur Arbeit geht. Daran müssen sie sich orientieren, sonst entsteht in ihnen ein falsches Weltbild.

Hat sich Ihre Investition gelohnt?

Burhenne: Unbedingt. Finkenberg hat sich ziemlich positiv entwickelt. Wenn Sie heute über die Fußgängerzone gehen, ist das alles andere als bedrückend. Gerade jetzt, wo sie neu gestaltet wurde, ist ein ganz anderes Bild entstanden.. Unsere Wohnanlage ist mittlerweile so gut wie zu 100 Prozent belegt. Wir haben bei Mieterwechseln jede Wohnung gründlich renoviert. In 40 Prozent der Wohnungen haben wir mittlerweile Einbauküchen installiert. Wir haben die Etagenflure und die Eingangshalle renoviert und eine neue Heizungsanlage eingebaut, die die Heizkosten erheblich mindert. Die Aufzüge funktionieren alle wieder, und zuletzt haben wir noch die Lüftungsanlage erneuert.

Sie haben also richtig viel Geld in die Hand genommen?

Burhenne: Nicht gerade wenig, das stimmt. Aber wenn man in solch einem Objekt die Instandhaltung vor sich herschiebt, wird es nur noch teurer. Außerdem, wenn man vermieten möchte, muss man dem Mieter ein gutes Argument liefern, warum er ausgerechnet dort eine Wohnung mieten soll. Es reicht nicht zu sagen, hier ist es schön.

Was würden Sie denn den anderen Eigentümern ins Gebetbuch schreiben?

Burhenne: Es muss einen jederzeit für die Mieter erreichbaren Ansprechpartner geben. Wenn es Vandalismus gibt, darf man nicht kapitulieren, sondern muss die Schäden direkt beheben, die Verursacher ausfindig machen und zur Verantwortung ziehen.

Warum machen das einige nicht?

Burhenne: Das Verhalten der anderen Eigentümer mag ich nicht beurteilen. Es gibt sicher solche, die ihre Anlagen in Schuss halten und andere, die das weniger konsequent machen. Es stimmt, in einigen Hochhäusern sehen die Eingangsbereiche nicht sehr einladend aus. Aber wie es in den Wohnungen aussieht, weiß ich nicht. Die habe ich mir nicht angesehen.

Das Gespräch führte Roland Schriefer

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