Porz
Poll, Westhoven, Ensen, Gremberghoven, Eil, Porz, Urbach, Elsdorf, Grengel, Wahnheide, Wahn, Lind, Libur, Zündorf, Langel, Finkenberg

Vorlesen
0 Kommentare

Umwelt: Feldränder verlieren Blumenpracht

Erstellt
Bienen-Paradies am Rheinufer in Langel. Foto: Roland Schriefer
Die Förderung von Blühstreifen entlang von Feldrändern wird im nächsten Jahr voraussichtlich heruntergefahren. Das stört nicht nur Spaziergänger und Blumenliebhaber. Auch Imker plädieren für mehr Farbe im Straßenland.  Von
Drucken per Mail
Porz

Honig ist ein besonderer Saft. Es ist ein von Bienen erzeugtes Lebensmittel, das aus 200 wertvollen Inhaltsstoffen besteht. Aber Bienen sind immer häufiger bedroht. Milben, Viren und der Mensch setzen ihnen zu und dezimieren vor allem die Grundlagen für ihr emsiges Honigsammeln, die Blüten. Aber ohne Blüten gibt es keinen Honig. Peter Gauger vom Porzer Bienenzuchtverein kritisiert deshalb, dass sogenannte Blühstreifen an Acker- und Feld-Rändern teilweise nicht mehr gefördert werden. „Die Finanzierung bei einzelnen Flächen läuft tatsächlich im kommenden Jahr aus“, bestätigt Agraringenieurin Birgit Lind von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. „Aber das gilt nicht grundsätzlich. Es gibt noch eine ganze Reihe von Artenschutzmaßnahmen im Kölner Raum, die auch für Bienen nützlich sind, zum Beispiel den großen Landschaftspark Belvedere in Lindenthal.“

Gauger mochte der Grünen Landtagsabgeordneten Andrea Asch, die sich beim Porzer Bienenzuchtverein über den momentanen Zustand der Bienenpopulation erkundigte, denn auch kein Endzeit- Szenario für Bienen schildern. „Es geht ihnen gut, wenn die Völker ordentlich gepflegt werden“, sagte er. Dazu müssten allerdings die Imker ständig über die Veränderungen der Umwelt, zum Beispiel über neue Chemikalien, mit denen Landwirte und Kleingärtner Schädlingen auf den Pelz rücken, geschult werden. „Leider erhalten wir für die Schulungen keine finanzielle Unterstützung mehr“, bedauerte Gauger.

Als Ausgleich für die immer mehr zu Monokulturen neigende Landwirtschaft, in der es kaum noch Blüten gibt, müssten deshalb urbane Flächen dienen. Denn der Druck auf die Bienen steige durch den flächendeckenden Mais und Zuckerrübenanbau.

Lebensraum Großstadt

„Diese Pflanzen bringen den Bienen nichts“, sagte der Porzer Bienenzüchter. Noch seien die Honigproduzenten in einer Großstadt relativ gut dran, sagte Gauger. Denn es gebe hier viele Kleingärten und auch auf Friedhöfen blühe so allerlei. Gauger riet aber zu einem Umdenken in der innerstädtischen Landschaftspflege. „Warum wird in den städtischen Grünflächen so wenig Buntes und so viel Grünes gepflanzt“, fragte er.

In Köln, und besonders im Langeler Bogen, gebe es eine ganze Reihe von Artenschutzmaßnahmen, sagte Agraringenieurin Birgit Lind. „Hier gibt es auch einige Hektar Blühstreifen.“ Landwirt Heinrich Meid bestätigt das. Zwar sei die Forderung der Europäischen Union, fünf bis 15 Prozent der Ackerfläche für den Artenschutz brach liegen zu lassen, bereits 2009 abgeschafft worden. Ein Landwirt könne aber noch freiwillig einen Teil seiner Fläche unbearbeitet lassen. „Er bekommt dafür von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaften einen Ausgleich in Höhe des möglichen Ertrages.“

Am Langeler Rheinufer hat der Landwirt das umgesetzt. Auf einem Feldstreifen hat er Blumen aller Art gesät. Das ist nicht nur gut für die Bienen, sondern auch für die Augen der Spaziergänger eine wahre Pracht.

Auch interessant
KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Videos
FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Weitere Serien
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!