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Verkehrskonzept: Lastwagen raus aus den Zentren

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Politiker diskutieren das neue Verkehrskonzept für Porz. Foto: KStA-Grafik
Der LKW-Verkehr ist in vielen Stadtbezirken Anlass für Diskussionen. In Porz diskutieren Politiker nun zwei Varianten für eine Aktualisierung des mittlerweile 20 Jahre alten Verkehrskonzepts.  Von
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20 Jahre ist es mittlerweile her, dass der Kölner Stadtentwicklungsausschuss das derzeit gültige Lkw-Führungskonzept beschlossen hat. Zahlreiche Routen wurden festgelegt, auf denen der Lastverkehr die verschiedenen Gewerbegebiete erreichen kann. Seit 1992 hat sich das Straßennetz in Köln jedoch stark verändert. Immer häufiger kommt es vor, dass die tonnenschweren Fahrzeuge durch Wohngebiete fahren oder kleinere Nebenstraßen nutzen. Eine Aktualisierung des Führungskonzeptes erwies sich daher als notwendig. Erste Pläne wurden nun in der Porzer Bezirksvertretung vorgestellt.

In enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, der Polizei und Vertretern der Logistikbranche wurden für Porz zwei Varianten ausgearbeitet. Darin sind Routen festgelegt, auf denen Lastwagen ihr Ziel erreichen können, ohne dabei durch Wohngebiete fahren zu müssen.

LKW blockieren Zentrum

Variante eins beinhaltet die Abschnitte Heide Straße/Linder Mauspfad sowie die Siegburger Straße von der Autobahnausfahrt Köln-Poll bis zur Kreuzung Auf dem Sandberg/Rolshover Straße. „Immer häufiger ist zu beobachten, dass die Lkw das Zentrum von Poll blockieren, so dass es selbst für die Straßenbahnen kein Durchkommen mehr gibt“, weiß Anwohner Egon Kusenberg aus Erfahrung. Deshalb setzt er sich auch für eine Änderung ein.

Politiker diskutieren das neue Verkehrskonzept für Porz.
Politiker diskutieren das neue Verkehrskonzept für Porz.
Foto: KStA-Grafik

Die zweite Variante berücksichtigt gleich mehrere Straßen in und um Porz. Da sollen die Durchfahrtssperren für die Lülsdorfer Straße in Langel, die Kölner Straße in Ensen-Westhoven sowie die Frankfurter Straße in Eil gelten. „Gerade im rechtsrheinischen Kölner Süden gibt es noch einige Straßen, die Lastwagenfahrer nicht nutzen sollten“, sagt Bernhard Müller vom Amt für Straßen- und Verkehrstechnik. Sollte in den kommenden Jahren eine nördliche Umgehungsstraße mit Anschluss an die Autobahn 59 gebaut werden, wird auch die Wahner Straße in Zündorf zur Lastwagen-freien Zone. Laut Müller soll für die Umsetzung der Durchfahrtssperren in den meisten Fällen das einfache Aufstellen eines Verkehrsschildes ausreichen. „Lkw-Durchfahrt verboten, Anlieger frei“ – diese Schilder sind teilweise bereits jetzt im Einsatz. Anwohner Egon Kusenberg ist von der Wirksamkeit allerdings nicht überzeugt. Der Begriff Anlieger ist ihm zu schwammig. Er hat deshalb einen anderen Vorschlag: „Eine bessere Formulierung wäre »Zulieferer frei«, denn nur so wird den Lkw die Durchfahrt verboten.“

Überprüfung ist schwierig

Auch wenn die Porzer Bezirksvertreter die Bemühungen begrüßen, innerörtliche Straßen frei zu halten vom Lastwagenverkehr, zweifeln sie doch daran, dass das Konzept umgesetzt werden kann. Denn es wird bezweifelt, dass sich die Lkw-Fahrer an die Durchfahrtsverbote halten. Zudem sei die Überprüfung schwierig, hieß es. „Die Polizei hat wichtigeres zu tun, als jedem Lkw hinterherzufahren und zu kontrollieren, ob es sich wirklich um einen Anlieger handelt“, meint Simon Bujanowski von der SPD. Sein Parteikollege, Fraktionschef Christian Joisten, bezeichnet die geplanten Umsetzungen daher als „stumpfes Schwert“.

Navigations-Daten ändern

Geht es nach der Verwaltung, braucht es künftig gar keine Kontrollen mehr. Die geplanten Durchfahrtssperren müssten nur in die Datenbasis von Lkw-Navigationsgeräten und Routenplanern integriert werden. Dann würden die Laster nur noch auf speziellen Strecken durch das städtische Verkehrsnetz geführt. „Dies ist vermutlich die effektivste Methode, den Lastverkehr auch langfristig aus den Wohngebieten fern zu halten“, so Bernhard Müller.

Noch ist das Konzept nicht beschlossen. Da die Bezirksvertreter eigene Vorschläge einreichen können, wurde die Abstimmung zunächst zurückgestellt.

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