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Weihnachtsmarkt: Mittelalter selbst erleben

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Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt im Alexianer Krankenhaus. Foto: Roland Schriefer
Der Mittelaltermarkt auf dem Alexianer-Gelände an der Kölner Straße lockte auch in diesem Jahr tausende von Besuchern an. Besucher können hier ursprüngliches Handwerk live erleben. Zum ersten mal war auch ein Schmied vor Ort.  Von
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Hotels für Insekten mit Luxus-Suiten für Bienen, kleine Appartements für Schmetterlinge und auch gemütliche Plätzchen für Ohrenkneifer waren Hingucker beim mittelalterlichen Weihnachtsmarkt rund um die Klostergärtnerei an der Kölner Straße. Bewohner einer Wohngruppe des Krankenhauses hatten die Domizile gebaut und boten sie nun feil.

Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt im Alexianer Krankenhaus.
Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt im Alexianer Krankenhaus.
Foto: Roland Schriefer

Ein Insektenhotel sei eine gute Methode, es geflügelten Gästen behaglich zu machen und ihnen im heimischen Garten eine Nist- und Überwinterungshilfe zu bieten, sagte Pia Scheidweiler von der Alexianer-Wohngruppe in Rodenkirchen, in der Menschen mit Hirnschaden leben. „Selbst unsere Bewohner mit schwersten Einschränkungen haben beim Bau helfen können. Sie haben Material wie kleine Reiser und Holzspäne gesammelt und die Räume in den Häusern damit gefüllt.“ Werden die Hotels im Garten aufgestellt, würde es nicht lange dauern, bis sich die ersten Gäste einnisteten.

Solche und viele andere ungewöhnliche Handwerkskunst wie die geheimnisvoll verschachtelt gebauten Herzen aus Holz des Bonner Künstlers Winni Eichen und die Glaskunst von Jan Seele bestaunten wieder mehrere tausend Besucher des weit über die Grenzen von Köln hinaus bekannten mittelalterlichen Weihnachtsmarktes. „Leider können wir ihn nur am Freitag und am Samstag rund um die Alexianer-Klostergärtnerei aufbauen“, sagte Peter Scharfe, Geschäftsführer der Alexianer Krankenhaus Köln GmbH. „Den Totensonntag dürfen wir nicht einbeziehen.“

Martina Held vom Sekretariat der Geschäftsführung, die den Weihnachtsmarkt organisiert, hatte zum ersten Mal auch einen Schmied eingeladen, sein Können zu zeigen. „Seit einigen Jahren begeistert uns ja schon Johannes Ulrich Brenner aus Meinerzhagen mit seiner Drechselkunst. Dieses Mal haben wir mit Norbert Trösch auch einen erfahrenen Schmied dabei.“ Der Handwerker aus dem Eifel-Ort Udenbreth zeigte, wie aus einem profanen Stück Stahl eine kunstvoll geringelte Schnecke geschmiedet wird. „Die kann man als Briefbeschwerer benutzen“, sagte er.

Ausprobieren wie früher gearbeitet wurde

Selber Hand anlegen war beim Drechsler möglich. Auf einer Zugdrehbank konnten Kinder ein eigenes Hölzlein drehen. Der Drechsler und Kunstpädagoge seinerseits zeigte auf einer nach Überlieferungen gebauten mittelalterlichen Wippdrehbank, wie früher einmal gearbeitet wurde.

Wie aus einem Stahlband eine Schnecke geschmiedet wird, zeigte Norbert Trösch beim mittelalterlichen Weihnachtsmarkt.
Wie aus einem Stahlband eine Schnecke geschmiedet wird, zeigte Norbert Trösch beim mittelalterlichen Weihnachtsmarkt.
Foto: Roland Schriefer

Bei Jan Seele aus Swisttal konnten Kinder ausprobieren, wie eine Christbaumkugel aus einem Glasröhrchen geblasen wird. Das machten sie unter Seeles Anleitung immer ganz ordentlich. „Aber Glas zu blasen ist gar nicht so einfach wie es aussieht“, sagte der Glasbläser. Das Zeitfenster sei klitzeklein. „Wenn das Glas nicht mehr heiß genug ist, und auch wenn die Kugel zu groß wird, dann passiert es ganz schnell, dass sie zerspringt.“

Ein Highlight für Gäste und Patienten

Ein Höhepunkt ist der mittelalterliche Weihnachtsmarkt nicht nur für die Besucher, die auf die besinnliche Zeit eingestimmt werden. Es ist auch einer für die vielen Patienten des Alexianer-Krankenhauses. Denn alles, was sie in der Gärtnerei, in den Werkstätten und Therapiegruppen angefertigt haben, können sie hier auch ausstellen und es den Besuchern anbieten.

Unter Anleitung von Glasbläser Jan Seele durfte Christian (8) eine Weihnachtskugel blasen.
Unter Anleitung von Glasbläser Jan Seele durfte Christian (8) eine Weihnachtskugel blasen.
Foto: Roland Schriefer

Rund 200 Mitarbeiter und Patienten des Krankenhauses, die sich für die Besucher mittelalterlich schick gemacht hatten, halfen dabei, den Bummel über den Weihnachtsmarkt so angenehm wie möglich zu gestalten. Niemand musste hier hungern oder dürsten, vorausgesetzt, er hatte Silberlinge in der Tasche. Mit dem mittelalterlichen Zahlungsmittel, gegen das die gängige Währung eingetauscht werden musste, konnten Waffeln, Glühwein und auch Herzhaftes erstanden werden.
Obwohl es noch etwas hin ist bis zum 6. Dezember, war auch der Nikolaus schon zu Gast. Helene Witteler, eine langjährige ehemalige Mitarbeiterin des Krankenhauses und bestens bekannt als die „Große Alte Dame“ des Porzer Karnevals, hatte sich das Gewand des Heiligen Mannes übergestreift und ließ die Kindlein zu sich kommen. „Knecht Rupprecht habe ich zu Hause gelassen“, sagte sie. „Bei mir bekommen alle Kinder etwas Süßes.“

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