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Wie bei „van der Vaarts“: Wenn plötzlich die Freundin angesagt ist

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Die neue Freundin von Fußball-Profi Rafael van der Vaart, Sabia Boulahrouz (brünett) ist die Freundin von Noch-Frau Sylvie (blond).  Foto: dpa
Der Partner der besten Freundin ist eigentlich tabu. Zeigt ein Mann Interesse an der Freundin seiner Partnerin, wie Rafael van der Vaart an Sabia Boulahrouz, steckt diese in einem Dilemma. Schnell sind Beziehung und Freundschaft in Gefahr. Was also tun?
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Mit seiner neuen Freundin Sabia war der Fußballprofi Rafael van der Vaart in den vergangenen Wochen das Gesprächsthema. Ist seine neue Liebe doch ausgerechnet die beste Freundin von Noch-Frau-Silvie. Nur die beteiligten Personen wissen, wer bei den van der Vaarts ab wann über den Stand der Beziehung eingeweiht war und ob der Frauentausch auch das endgültige Ende der Freundschaft bedeutet.

Unter Freundinnen ist der Partner der anderen eigentlich ein Tabu. Zeigt ein Mann Interesse an der Freundin seiner Partnerin, steckt die Freundin in einem ziemlichen Dilemma. Denn egal wie sie sich verhält, sind sowohl die Beziehung als auch die Freundschaft in Gefahr. Selbst wenn dieses Interesse, anders als bei Sabia Boulahrouz und Rafael van der Vaart, nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Was also tun?

Am Anfang ist es vielleicht nur ein vergleichsweise harmloses Kompliment. Dennoch bringt schon solch eine Schmeichelei viele Frauen in eine moralische Zwickmühle. Um Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist es wichtig, klar zu kommunizieren: „Fragen Sie deutlich nach, wie er seine Äußerung gemeint hat und ob Sie ihn richtig verstanden haben“, rät Holger Lendt, Diplom-Psychologe und Buchautor in Hamburg. Wenn er die Anmache bestreitet, ist es fast egal, ob das die Wahrheit oder eine Lüge ist: „Betonen Sie, wie froh Sie sind, denn Sie könnten sich niemals vorstellen, mehr zu sein als Freunde.“ So wahren beide ihr Gesicht, und die Situation ist geklärt.

Eindeutig und klar abgrenzen

Bleibt der Mann hingegen bei seinen Avancen, sollte die Frau geradeheraus erklären, dass mit ihr nichts läuft. Sie kann sich durchaus für das Kompliment bedanken, muss aber zugleich eindeutig und klar abblocken. „Männer verstehen oft nicht, was Frauen ihnen sagen wollen, weil Frauen sich viel zu umständlich und zu höflich ausdrücken“, sagt Lendt. „Erklären Sie ihm unmissverständlich, dass er keine Chance bei Ihnen hat, und vergewissern Sie sich, dass er das genau so verstanden hat.“

Offenheit ist auch gegenüber der Freundin angebracht: „Geheimnisse belasten jede Art von Beziehung“, sagt der Kölner Psychotherapeut Werner van Haren. „Dann sind am Ende alle unglücklich, weil man sich nicht mehr offen in die Augen schauen kann.“ Insofern sei ein Gespräch mit der Freundin um der Freundschaft willen empfehlenswert. „Es geht nicht um eine Anklage, sondern um Ehrlichkeit und Vertrauen.“

Falsch verstandene Rücksichtnahme

Wer der Freundin verschweigt, dass ihr Partner zweigleisig unterwegs ist, tut ihr keinen Gefallen. Im Gegenteil: Das wäre falsch verstandene Rücksichtnahme, meint Helga Kramer-Niederhauser, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen der Diözese Augsburg. „Warum hat mir das keiner gesagt?“ oder „Dafür hat man doch eigentlich eine Freundin...“ - das sind Sätze, die die Diplom-Psychologin immer wieder von betrogenen Frauen hört.

Offenheit hat nichts mit Einmischung zu tun. „Wer Angst hat, als Zerstörer der Beziehung dazustehen, dem sei gesagt: Man kann eine Beziehung, die bereits kaputt ist, nicht mehr kaputt machen“, betont Kramer-Niederhauser. Vielmehr komme es im Verhältnis zur Freundin auf Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Vertrauen an, erklärt Paartherapeut Lendt. „All das wird durch Heimlichtuerei aufs Spiel gesetzt.“

Nicht nötig, krampfhaft Distanz zu wahren

Ehrlich sein, Klartext reden - das hört sich einfacher an, als es ist. Denn gerade bei einem so emotionalen Thema wie Freundschaft oder Partnerschaft kommt es auf das Wie an. Das klärende Gespräch unter Freundinnen kann laut Kramer-Niederhauser etwa mit den Worten beginnen: „Ich muss dir was sagen. Das ist nicht leicht für mich und vielleicht verletzt es dich ...“

Wer seinen Standpunkt auf diese Weise mit allen Beteiligten geklärt hat, kann deutlich entspannter mir der Situation umgehen. Es ist dann nicht nötig, krampfhaft Distanz zu wahren und sich womöglich immer neue Ausreden auszudenken, um peinliche Begegnungen zu vermeiden.

Heimliche Treffen sind tabu

Wer sich mit dem Partner der Freundin gut versteht, kann sich mit ihm durchaus zum Kaffeetrinken oder fürs Kino verabreden - vorausgesetzt, die Freundin ist damit einverstanden. Heimliche Treffen sind aber in jedem Fall tabu. Denn: „Durch ein Geheimnis ist man in gewisser Weise erpressbar, und in diese Position sollte sich niemand begeben“, sagt Lendt. Und Kramer-Niederhauser weist noch auf einen anderen unerwünschten Effekt hin: „Eine Verabredung hinter dem Rücken der Freundin könnte vom Mann als falsches Signal verstanden werden: Vielleicht geht da ja doch was?“ (dpa/ef)

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