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Bäderlandschaft: IG Hallenbad vermisst Antworten

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Die Mehrheit des Rates will das neue Hallenbad am Standort des Stommelner Freibades bauen. Foto: Maria Machnik
Bürgermeister Frank Keppeler konnte die Mitglieder der „IG Hallenbad Pulheim - Freibad Stommeln“ nicht überzeugen. Eine Annäherung in der Sache gebe es nicht, hieß es. Einige der Fragen seien nicht erschöpfend beantwortet worden.  Von
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Die Meinungen über das Gesprächsklima gehen auseinander: Die Gesprächsrunde im Rathaus habe in einer konstruktiven Atmosphäre stattgefunden, sagt Stadtsprecher Dirk Springob. Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Hallenbad Pulheim - Freibad Stommeln, die Bürgermeister Frank Keppeler eingeladen hatte, um offene Fragen (18 an der Zahl) in puncto Neugestaltung der Pulheimer Bäderlandschaft zu klären, sprechen dagegen von einer "kontrovers geführten Diskussion". Sechs Vertreter der IG waren dabei. Von der Verwaltung saßen Bürgermeister Frank Keppeler, Jens Batist (Immobilienmanagement), Peter Hück (Kämmerei), Winfried Ritter (Sportabteilung) und Stadtsprecher Dirk Springob am Tisch.

„Der Bürgermeister konnte nicht überzeugen.“

Theodor Bayard

Eine Annäherung in der Sache gebe es nicht, einige der Fragen hätten nicht erschöpfend beantwortet werden können. "Der Bürgermeister konnte nicht überzeugen", äußerte sich IG-Mitglied Theodor Bayard in einer Pressemitteilung zu dem inoffiziellen Treffen. Die Fragen, auf die man in dem zweieinhalbstündigen Gespräch nicht ausreichend habe eingehen können, würden schriftlich beantwortet, sicherte Dirk Springob auf Nachfrage dieser Zeitung zu. Die IG beharrt auf ihrer Meinung, dass die Stadt die Chance gehabt hätte, aus den Verträgen mit dem Generalplaner (die Firma Krieger) und dem Projektsteuerer (die Firma WSP/CBP) auszusteigen. Dem widerspricht Springob: Ein Wechsel zu anderen Planern hätte bedeutet, dass der größte Batzen der bislang für Planungen, Beratungen und Ausschreibungen aufgewendeten rund 855 000 Euro verloren wären. Dem Vorschlag der IG, sich in Sachen Neugestaltung der Bäderlandschaft an den Plänen für das neue Hallenbad in Bottrop aus dem Jahr 2006 zu orientieren, könne die Verwaltung nicht folgen. Springob: "Die Planungen sind mehr als sieben Jahre alt, die Bottroper Verwaltung hat deutlich mehr Personal."

Geteilter Meinung sind IG und Verwaltung in Bezug auf die Kosten: Ein Hallenbadneubau im Zentralort wäre rund zwei Millionen Euro billiger, so die IG. Dem hält Springob entgegen, dass bei einem Neubau im Zentralort die Kosten für die dringend notwendigen Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten im Stommelner Freibad hätten extra berechnet werden müssen. Geschätzte Kosten: 2 147 000 Euro.

Kosten
Bau- und Nebenkosten
altes Hallenbad

Die neue Bäderlandschaft auf dem Gelände des Stommelner Freibades wird 14,5 Millionen Euro kosten. Die Folgekosten (also Betriebskosten, Zinsen und Abschreibung pro Jahr) belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Die Zahlen gehen aus der Kostenberechnung des Büros WSP hervor. Die Firma ist für die Projektleitung und -steuerung zuständig. Im Auftrag der Stadt hat sie die vorläufigen Berechnungen aus dem Jahr 2011 aktualisiert. Zusätzlich hat das Büro die Ausstattung berechnet, die der Stadtrat zusätzlich wünscht.

In den 14,5 Millionen Euro enthalten sind Bau- und Nebenkosten (rund 13,6 Millionen Euro) sowie Ausgaben, die bislang nicht berücksichtigt waren. Dazu zählen die Sanierung des Sprungturms (90 000 Euro), eine neue Rutsche (160.000 Euro) und Container, in denen in der Bauphase die Umkleiden für die Sportvereine untergebracht werden (90.000 Euro). Hinzu kommen 843 000 Euro für Umsatzsteuer.

In der Summe nicht enthalten sind 155.000 Euro für den Abbruch des alten Hallenbades in Pulheim-Mitte. Zehn Millionen Euro für das Projekt sind im städtischen Haushalt eingeplant, 3,7 Millionen Euro werden in den Finanzplan 2014 aufgenommen, die restlichen 782.000 Euro ins Investitionsprogramm für das Jahr 2015. (mma)

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