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Holger Burckhart: Gemeinsames und angstfreies Lernen

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Prof. Dr. Holger Burckhart.
Prof. Dr. Holger Burckhart.
Foto: Privat

Der Bildungsforscher Holger Burckhart spricht von einem zukunftsweisenden Angebot.

Sie befürworten eine Sekundarschule für Pulheim? Warum?

Holger Burckhart: Grundsätzlich halte ich die Sekundarschule für ein zukunftsweisendes Angebot für Schüler unterschiedlichster Fähigkeiten und sozialer Herkunft. Sie bietet den Schülern längeres gemeinsames Lernen und angstfreie Schulkarrieren in gemischten Lerngruppen – wie bei der Gesamtschule bei entsprechender Qualifikation – bis zum Abitur nach 13 Jahren. In Pulheim rundet die Sekundarschule mit ihrem eigenen Profil die Schullandschaft gelungen ab.

Wie geht es Ihrer Ansicht nach weiter, wenn nicht genügend Eltern ihre Kinder zu der neuen Schulform anmelden und die Sekundarschule also nicht kommt?

Burckhart: Ich denke, dass in Pulheim dann die Diskussion um eine Gesamtschule berechtigterweise wieder aufkommen wird. Denn der Wunsch nach längerem gemeinsamen Lernen ist doch mittlerweile bei den Eltern sehr ausgeprägt und das Verständnis auf der politischen Seite gewachsen. In nicht allzu ferner Zukunft werden wir neben dem Gymnasium, speziellen Förderschulen und Berufskollegs ohnehin im Wesentlichen nur noch den Sekundarstufentyp als Schule haben.

Was bedeutet es für die Arthur-Koepchen-Realschule (AKRS), wenn die notwendigen Anmeldungen zusammenkommen?

Burckhart: Die Arthur-Koepchen-Realschule muss regulär – so sehen es das Schulgesetz und der Vertrauensschutz vor – zu Ende geführt werden. Das heißt, die Schüler der jetzigen Klasse fünf müssen bis einschließlich Klasse zehn ein Realschulangebot erhalten.

Welches besondere Profil sehen Sie für eine neue Pulheimer Sekundarschule?

Burckhart: So, wie es die gemeinsame Arbeitsgruppe der beteiligten Schulen und der Verwaltung erarbeitet hat, werden hier die Stärken der Pulheimer Arthur-Koepchen-Realschule fortgeführt werden, nämlich die MINT-Schwerpunkte, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, ergänzt um das Angebot eines bilingualen Unterrichts. Dies wird mit den besonderen pädagogischen Möglichkeiten kombiniert: Gemeinsames und versetzungsfreies Lernen bis Klasse 10, in kleineren Lerngruppen als an klassischen Realschulen und mit allen Abschlüssen der Sekundarstufe I , einschließlich des möglichen Übergangs in die Oberstufe.

Das Gespräch führte Maria Machnik

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