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Löschübung : Jugendliche Liebe zur Feuerwehr

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Das ist schon etwas anders, als mit dem Gartenschlauch die Pflanzen zu benässen. Nur zu zweit können diese Jungendfeuerwehrmitglieder dem Wasserdruck Herr werden.  Foto: Maria Machnik
Die Jugendfeuerwehr aus Stommeln kann sich nicht beklagen über zu wenig Mitglieder oder eine nicht stimmende Frauenquote. Wir durften die Truppe bei einer Löschübung in Bedburg an der Erft begleiten.  Von
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Pulheim-Stommeln

Es ist kein Mucks zu hören. Eigentlich sollte die Pumpe auf Knopfdruck anspringen. Doch der Verbrennungsmotor, der in das rund 180 Kilogramm schwere rot lackierte Gerät eingebaut ist, schweigt. Erst der zweite Startversuch ist erfolgreich, der Motor läuft rund.

Rund läuft es auch bei der Jugendfeuerwehr Stommeln. 50 Lenze zählt die 1962 von Jakob Dünwald gegründete Nachwuchstruppe. Und die Jugendfeuerwehr, die in der ersten Zeit nur Jungen im Alter von zehn bis 17 Jahren vorbehalten war, erfreut sich größter Beliebtheit im Mühlenort. „Wir hatten nie Probleme, Nachwuchs zu finden“, sagt Sprecher Tim Schweren. Im Jubiläumsjahr sind 27 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren in der Jugendfeuerwehr aktiv. „Auffällig viele“, sprich sieben, seien Mädchen. Erst kürzlich, nach der Stommelner Woche, seien zwei neue dazu gekommen, ergänzt Riccardo Ruina, einer von drei Jugendwarten bei einer Übung an der Erft in Bedburg.


Ein Neuling ist Johanna Wilden nicht mehr. Die Zwölfjährige ist seit einem Jahr in der Jugendfeuerwehr aktiv. Aktuell ist sie Obfrau, eine Art Klassensprecherin für ein Jahr, die die Interessen des Stommelner Feuerwehrnachwuchses auf Stadt- und auf Kreisebene vertritt. Der Impuls, sich der Jugendfeuerwehr anzuschließen, kam von ihrem Onkel Gert Jungverdorben. Er habe sie gefragt, ob sie sich das Ganze nicht mal ansehen wolle. Sechsmal sei sie dienstags von 18 bis 20 Uhr zu den Übungsabenden im Feuerwehrgerätehaus gegangen. „Es hat mir sehr gut gefallen, seither bin ich dabei, es macht viel Spaß“, sagt Johanna Wilden, die bei den Übungsabenden auch ihren Zwillingsbruder und eine Cousine trifft.


Ein klares Ziel hat Obmann Dennis Leschkowski vor Augen. „Ich möchte definitiv in den aktiven Dienst.“ Auf den Übergang in den Löschzug Stommeln, der theoretisch ab dem 18. Lebensjahr möglich ist, bereitet sich der 17-Jährige nun gezielt vor. „Ich fange jetzt mit den Lehrgängen an“, sagt Dennis Leschkowski, der vor sechs Jahren durch seinen besten Freund Oliver Horst zur Jugendfeuerwehr gefunden hat. Vier jeweils vier bis sechs Wochen lange Lehrgänge sind für die Grundausbildung vorgegeben. „Der erste Lehrgang war super“, nur der Zeitpunkt – Theorie und Praxis paukt der Feuerwehrnachwuchs an den Wochenenden (freitags und samstags) – sei nicht so optimal. Hat Dennis Leschkowski die zweijährige Grundausbildung erfolgreich beendet und die Leistungsspange als Nachweis seiner sportlichen und feuerwehrtechnischen Fähigkeiten in der Tasche, darf auch er im Ernstfall mit ausrücken. „Ich freue mich schon auf meinen ersten Einsatz.“


Der Wunsch, sich in einer von Kameradschaft und Zusammenhalt geprägten Gemeinschaft im Ernstfall für andere einzusetzen, bewegt viele andere, den Sprung in den aktiven Dienst zu wagen. „Über 90 Prozent der Feuerwehrmänner im Löschzug Stommeln kommen aus der Jugendfeuerwehr“, sagt Tim Schweren.

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