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Neuerscheinung: Schule als Steckenpferd

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Paul Klingen hat einen Ratgeber geschrieben, der Wege hin zu einem Schulalltag ohne Nebenwirkungen aufzeigt. Foto: Machnik
Der Ratgeber "Schule ohne Nebenwirkung" gibt Tipps, wie Eltern und Kinder mit unterschiedlichen Konfliktsituationen in der Schule umgehen. Der Autor ist selbst Lehrer und Vater von sechs Kindern und kennt so beide Seiten.  Von
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„Schule strahlt immer in die Familie aus.“ An dieser These gibt es für Paul Klingen nichts zu rütteln. Das weiß der 61-Jährige aus eigener Erfahrung – er ist Vater von sechs teilweise noch schulpflichtigen Kindern –, aber auch aus dem Bekannten- und Freundeskreis, der „sehr kinderreich“ ist.

In Gesprächen sei das Thema Schule immer wieder aufgekommen. „Dabei wurde nur selten über positive Erlebnisse gesprochen, die meisten waren negativ.“ Es ging um unerträglichen Unterrichtsausfall, der nicht ausreichend durch Vertretungslehrer kompensiert wird, um Lehrer, die Schüler schikanieren und „sich an ihnen abarbeiten“, um Schüler, die nicht mehr mitkommen, weil „die Lehrerkünste fehlen“ und die Lehrer den Stoff unverständlich erklären. Da Paul Klingen aus seinem Berufsalltag als langjähriger Lehrer und langjähriger Ausbilder von angehenden Pädagogen die andere Seite kennt und weiß, dass vieles, was mit Schule, Unterricht und Erziehung zu tun hat, schiefläuft, ist es ihm ein Anliegen, dass sich daran etwas ändert.

Als sein Mountainbike-Partner Klingen dann auch noch erklärte, dass er seine Bücher bislang für die falsche Zielgruppe – für Lehrer, über Unterrichtsthemen, – geschrieben habe, beschloss der Pulheimer, Eltern und Schülern einen Weg aufzuzeigen, der „Schule ohne Nebenwirkungen“ möglich macht. Eineinhalb Jahre hat er an seinem gleichnamigen Ratgeber geschrieben. Darin gibt Paul Klingen viele nützliche Tipps für die unterschiedlichsten Konfliktsituationen.

Illusionen lässt der Autor aber nicht aufkommen. „Ohne Schrammen geht es nicht. Man kann sich noch so gut aufstellen, man wird nicht alle Einflussfaktoren so in den Griff kriegen, dass die Schulzeit durchgängig ohne Nebenwirkungen bleibt.“ Wichtig sei, dass sich Mütter, Väter und Kinder klug verhielten, um mit den Widrigkeiten des Schulalltages gut umgehen zu können. „Ich glaube, viele sind zu bauchgesteuert und zu wenig rational. »Eine kluge Konfliktstrategie« – das ist meine Kernbotschaft. Das ist auch ein wichtiges Kapitel in meinem Buch.“

Doch gibt es Mittel und Wege, die Dinge, die schieflaufen, in den Griff zu bekommen. Sofern sich die Beteiligten ihrer Verantwortung und Möglichkeiten bewusst sind, entsprechend handeln und Eltern, Schüler und Lehrer miteinander reden, um gemeinsam Lösungen zu finden. Eine entscheidende Rolle haben die Eltern. „Schule ist miterziehend, aber sie ist nicht die primäre Erziehungsinstanz. Das sind nach wie vor die Eltern, da sind sie richtig gefordert.“ Für Paul Klingen bedeutet das: Die Eltern müssen dafür sorgen, dass die Kinder mit einem relativ realistischen Eigenbild in die Schule kommen. „Sie sollten gestärkt und selbstständig in die Schule kommen, gut ausgestattet mit Sozial- und Selbstkompetenz und einem Maß an Frusttoleranz.“

Auch die Schule, ein an sich „hartnäckiges und träges System“, sieht Paul Klingen in der Pflicht. „Das System Schule ist lernfähig, wenn es bereit und in der Lage ist, sich der Kritik auszusetzen und sich als lernendes System begreift.“ Und welche Schlüsse zieht der Autor für sich persönlich? „Am Ende habe ich gedacht, wie hochkomplex, herausfordernd und vielschichtig unser Beruf ist. Ich habe aber auch festgestellt, dass in vielen Situationen Zeit und Muße fehlen für kluge Gespräche und das Miteinander.“

Das Buch „Schule ohne Nebenwirkungen“ von Paul Klingen, Paperback, 176 Seiten, Patmos-Verlag, ist im Buchhandel für 15,90 Euro erhältlich, ISBN 978-3-8436-0063-7.

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